#53 Optimismus für Fortgeschrittene. Sonderfolge zum Staffelstart der KETTENREAKTION!

Shownotes

Die KETTENREAKTION ist zurück aus der Sommerpause! Mit einer speziellen Auftaktfolge: Dirk hat über sein Herzensthema, den wissenschaftlich begründeten Optimismus, eine Titelgeschichte für das GEO-Oktoberheft geschrieben. Der Artikel ist die Essenz aus all den Gedanken, die hinter unseren Podcasts, Büchern und Liveshows stehen, hier für Euch vorgelesen als Einstimmung auf die neue Staffel. Eine gedankliche Expedition von der Steinzeit bis zum Mondflug und den Sorgen der Gegenwart. Und schon in einer Woche geht es dann weiter mit der ersten "echten" Folge der Staffel 6 unserer KETTENREAKTION. Schön, dass Ihr wieder mit dabei seid!


Tickets für die Liveshow bekommt Ihr hier: https://www.eventim.de/artist/dirk-steffens


Die KETTENREAKTION ist eine unabhängige Podcast-Produktion von Sabine und Dirk Steffens. Sounddesign: Stefan Strüber Redaktion: Jan Biekehoer Sponsoring: Polarstern, München https://www.polarstern-energie.de/oekostrom

Transkript anzeigen

00:00:05: Hallo liebe Freunde der Kettenreaktion!

00:00:07: Die Sommerpause ist vorbei und hier sind wir wieder jedenfalls zur Hälfte.

00:00:11: Sabine ist noch ganz wild damit beschäftigt, neue Geschichten für die neuen Folgen und die neue Staffel vorzubereiten.

00:00:17: aber wie haben wir versprochen?

00:00:18: Am dritten September geht es los.

00:00:20: das ist heute und so geht es jetzt heute hier los mit so einer Art Vorepisode einem Prequel Und ich lese euch jetzt einen Textur den ich geschrieben habe und zwar für mein absolutes Lieblingsmagazin und zwar fürs Geomagazin.

00:00:33: also ihr wisst Die tolle grüne Zeitschrift, die früher diesen Slogan hatte, der mich so absolut fasziniert hatte wie Welt mit anderen Augen sehen.

00:00:40: Und das ist ja genau das was auch Sabine und ich immer versuchen.

00:00:43: In dem aktuellen Geohäft zum Jubiläum der Marke Geo dreht sich alles um Hoffnung oder Optimismus, um positive Zukunftsaussichten und ich durfte die Titelgeschichte schreiben und die heißt hoffnungslos optimistisch.

00:01:08: Mitten in der Krise sehen die Fakten eigentlich ganz vielversprechend aus.

00:01:11: wir wollen es nur nicht wahr haben Wie nach dem Krieg, sagt der alte Mann.

00:01:16: Da war auch alles kaputt!

00:01:18: Meine Hilfe lehnte ab und geht echten in die Knie.

00:01:21: Wir sitzen mit einer Hand voll weiterer Passagiere auf den Boden eines schaukelnden ICE vor der Zugtoilette.

00:01:27: Außer Betrieb verkündet das Schild auf der Tür, dass leider zu spät aufgehängt wurde.

00:01:33: Der warbern.

00:01:33: der Gestank ist einer der Gründe dafür warum die Stimmung an Bord ... Und ja... Echt scheiße isst.

00:01:40: Der Zug ist überfüllt, das Personal überfordert die Fahrgäste sind gereizt.

00:01:44: Verspätet sind wir auch natürlich – Die Klimaanlage streikt!

00:01:49: Auch die Trassen auf denen das Zug frag rollt, sind marode.

00:01:53: Defekte Signalanlagen kaputte Weichen und die Verspähtungen voraus fahrender Züge verzögern die Weiterfahrt.

00:02:00: Jeden Tag steigen Millionen Deutsche in einen Zug und sehr viele davon steigen frustriert wieder aus.

00:02:07: Neulich kam sogar der Bahnverkehr im gesamten Landzimmer liegen, weil das Bahnfunksystem ausgefallen war.

00:02:13: Die Betroffenen erzählen dann bei der Arbeit zu Hause im Sportverein oder in der Kneipe von ihrem ganz persönlichen Bahnkaus.

00:02:21: Individuelle Frusta-Lebnisse summieren sich so zu einer kollektiven Gewissheit.

00:02:27: Deutschland ist kaputt!

00:02:29: Nichts geht mehr.

00:02:31: Genau deshalb is die Bahn mehr als nur ein Verkehrsmittel.

00:02:34: Sie ist eine Metapher für die Stimmung Ein Triggerpunkt des Niedergangs.

00:02:40: Sie verstärkt den Eindruck, dass die besten Zeiten vorbei sind und nähert ein diffuses Unbehagen mit fast allem.

00:02:46: Wer oft genug enttäuscht wird, gelangt schließlich zur Überzeugung, das sich endlich etwas ändern muss – und zwar grundsätzlich vielleicht sogar radikal!

00:02:57: Genau deshalb müssen wir uns fragen….

00:02:59: ist die Lage wirklich so schlecht wie sie sich anfühlt?

00:03:04: Das Paradox der Wissenschaft.

00:03:06: Als Wissenschaftsjournalist habe ich in den vergangenen Jahrzehnten hunderte Menschen getroffen, die sich beruflich mit der Zukunft beschäftigen.

00:03:13: Klimaforscherinnen in der Arktis, Evolutionsbiologen im Regenwald, Wirtschaftswissenschaftlerin, Soziologen, Physikerin, Mediziner – Menschen, die versuchen aus Fakten und Zahlen ein Bild der Zukunft zu zeichnen.

00:03:28: Je mehr Ich nachvorste, desto deprimierender wurden die Daten und desto optimistischer wurde ich.

00:03:34: Klingt absurd?

00:03:35: Aber die Wissenschaft zeigt eben beides.

00:03:38: Die Bedrohung unserer Lebensgrundlagen wächst, gleichzeitig hat die Menschheit aktuell viel mehr Lösungen als Probleme – das ist kein Widerspruch!

00:03:47: Jeden Tag prasseln Warnungen auf uns ein, die Erde erwärmt sich, Arten verschwinden in einem Tempo dass dem Massenaussterben der Dinosaurier gleicht, Böden verlieren ihre Fruchtbarkeit, Ozeane versauern, Wälder brennen.

00:04:00: nicht zufällig geraten gleichzeitig Demokratien unter Druck Kriege entflammen.

00:04:05: Immer öfter erzählen mir Menschen, sie würden keine Nachrichten mehr anschauen weil sie es einfach nicht mehr ertragen können.

00:04:12: Kriege krisen Katastrophen jeden Tag rund um die Uhr!

00:04:16: Aber belegen die vielen schlechten Nachrichten wirklich den Niedergang der westlichen Welt und die heraufziehende Ökokatastrophe?

00:04:24: Nie zuvor wusste die Menschheit so viel über alles.

00:04:28: aber weil die Nachrichten nun mal so sind wie wir sie spannend finden berichten sie nicht über pünktliche Züge, wie es ja schließlich auch noch gibt.

00:04:37: Steigenden Lebensstandard?

00:04:38: Die Privatvermögen der Deutschen sind so groß wie nie.

00:04:41: oder den rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien – Sie liefern bereits etwa sechzig Prozent des gesamten Stroms in unserem Land.

00:04:52: International klingt das ähnlich!

00:04:54: Die Nachrichtenagenturen melden nicht.

00:04:57: Über neunzig Prozent aller neuen Kraftwerke auf der Welt arbeiten mit Wind-, Wasser-, Sonne- oder sonstwie nachhältig.

00:05:03: Wir hören wieder ein neuer globaler Hitze-Rekord.

00:05:33: Alle diese Meldungen sind korrekt.

00:05:35: Aber die Guten schaffen es entweder nicht in die Schlagzeilen oder wir vergessen sie gleich wieder!

00:05:40: Die positive Hälfte der Nachrichten verschwindet einfach... Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild vom Zustand der Welt, denn eigentlich geht das ja gar nicht so schlecht.

00:05:51: Pessimismus ist ein Privileg für

00:05:54: Reiche.

00:05:54: Die extremer Armut hat sich weltweit seit dem Jahr zweitausend fast halbiert.

00:05:59: Die Weltbevölkerung wird in einigen Jahrzehnten beginnen zu schrumpfen.

00:06:03: Die Lebenserwartung in Europa hat sich in den vergangenen zwei Jahrhunderten verdoppelt und statistisch war die Wahrscheinlichkeit, durch eine Gewalttat ums Leben zu kommen selten so niedrig wie heute.

00:06:14: Womöglich ist es aktuell also so sicher wie niemals zuvor ein Mensch auf dem Planeten Erde zu sein.

00:06:22: Daran ändern weder Ukraine noch Irankrieg etwas.

00:06:26: Wir haben nur den Eindruck, die Welt stünde in Flammen weil der eine Krieg sehr nah und der andere medial, um die präsent ist.

00:06:34: Es war trotz all der schrecklichen Gewalt und der himmelschreienden Ungerechtigkeit von denen wir jeden Tag hören noch niemals besser als heute!

00:06:43: Im Gegenteil früher war tatsächlich alles schlechter.

00:06:48: weltweit und auch bei uns in Deutschland In diesem wunderbaren Land leben wir aktuell so sicher und solange wie in keiner Epoche zuvor.

00:06:57: Nach allem, was man messen kann sind wir außerdem auch noch reicher als alle Generation vor uns.

00:07:03: Klingt das nach Untergang?

00:07:05: Es gibt objektiv betrachtet genug Anlässe für Pessimismus.

00:07:09: Die globale Polikrise bedroht tatsächlich die Grundlagen unserer Zivilisation.

00:07:14: Genau deshalb ist es wichtig zu verstehen Für Pessismus haben wir keine Zeit mehr.

00:07:21: Pessi-Mismus ist ein Privileg für Reiche – für die guten Zeiten!

00:07:25: Nur wer hat kann fürchten, zu verlieren.

00:07:28: Pessimismus mag nützlich sein um frühzeitig zu warnen aber wenn es darauf ankommt ist er gefährlich weil er lähmt und radikalisiert.

00:07:37: viele Menschen halten Optimismus für eine Stimmungslage und Optimisten für lila Launebären die etwas naiv darauf vertrauen das irgendwie alles gut werden wird.

00:07:46: Aber ein Optimist glaubt nicht dass alles gut wird erst nur davon überzeugt dass etwas getan werden kann.

00:07:54: Ein fundamentaler Unterschied.

00:07:56: Pessimismus ist eine Haltung, die das Gute für unwahrscheinlich oder sogar unmöglich hält.

00:08:02: Deshalb ist da eine Gefahr für die Demokratie denn die lebt ja gerade vom Fortschrittsversprechen von der Idee dass morgen könne besser als das heute werden wenn man zur Wahl geht sich für die Gesellschaft engagiert eben etwas tut.

00:08:17: Wer meint es sei eh alles sinnlos Sie doch keinen Sinn in der demokratischen Teilhabe warum wählen?

00:08:24: Wenn sich sowieso nichts ändert, egal wer gerade regiert.

00:08:27: Dann lieber zu Hause bleiben oder radikal abstimmen um zumindest dem einen Frust Ausdruck zu verleihen.

00:08:34: Daraus folgt Optimismus ist eine demokratische Tugend Verzerrte Weltsicht.

00:08:42: Es ist so banal.

00:08:43: Ich traue mich kaum es zu sagen aber es ist nun mal die Wahrheit.

00:08:48: Aufgeben also Untätigkeit löst keine Probleme.

00:08:53: Ein Fußballteam, das nicht mal Versuch-Tore zu schießen wird verlieren.

00:08:57: Ein Staat der Reform in Scheut wird früher oder später nicht mehr auf die Zustimmung seiner Bürger zählen können.

00:09:04: Optimismus?

00:09:05: Der Mut ist zumindest zu versuchen!

00:09:08: Es eben nicht nur eine Stimmung.

00:09:09: er isst buchstäblich überlebenswichtig.

00:09:12: Im Grunde weiß dass auch jeder.

00:09:14: zwischen dem ersten lauten Schrei und dem ersten sicheren Schritt fällt ein Mensch ungefähr viertausendmal hin und steht jedes Mal wieder auf, bis er endlich laufen kann.

00:09:25: Niemand hat nach three-tausend neunhundertneunundneunzig Sturzen gesagt, Mama ich hab jetzt keine Lust mehr, ich bleibe jetzt einfach sitzen!

00:09:33: So sind wir nicht.

00:09:34: so ist das Leben nicht.

00:09:36: eine Antilope die nicht wegläuft wird gefressen.

00:09:39: ein Löwe der nicht wenigstens versucht Beute zu machen muss verhungern.

00:09:44: Das Leben selbst ist so gesehen ein optimistisches Konzept.

00:09:49: Wenn nun die Welt in Wirklichkeit gar nicht zu mies ist, wie wir meinen stellt sich natürlich die Frage warum wir das glauben.

00:09:56: Woher kommt diese Neigung zum Pessimismus?

00:09:59: Zumindest teilweise dürfte sie ein Erbe der Steinzeit sein – eine Resultat der Evolutionsgeschichte von Homo-Nicht ganz so sapiens!

00:10:07: Unsere Vorfahren mussten keine globalen Finanzmärkte verstehen.

00:10:11: Sie mussten kleine Klimamodelle interpretieren Sie musten keine politischen Programme vergleichen Überleben.

00:10:19: Und dabei half ihn eine simple Regel, wer Gefahren unterschätzt, stirbt!

00:10:23: Wer Gefahren überschätzt erhöht seine Überlebenschance.

00:10:27: Kein früher Mensch musste alle essbaren Pflanzen kennen aber es reichte einer einzigen Giftige nicht zu kennen um aus dem Genpool auszuscheiden.

00:10:36: Es war nicht wichtig alle Antilopenarten der Savanne auseinander halten zu können Aber die eine giftige von den vielen ungiftigen Schlangen zu unterscheiden machte einen entscheidenden Unterschied.

00:10:47: Das Ergebnis dieser jahrhunderttausende langen biologischen Selektion steckt noch heute in unseren Köpfen.

00:10:54: Prägt unser Denken und bestimmt, wie wir die Welt beurteilen?

00:10:58: Eher schlecht!

00:11:00: Ängstlich – zumindest skeptisch.

00:11:02: Unser Gehirn ist kein Wahrheitstetektor, kein unbestechlicher Computer.

00:11:06: Es ist eher eine heuristische Alarmanlage, die ständig losgeht.

00:11:10: Deshalb reagieren wir auf schlechte Nachrichten Wie ein puffloscher Hund auf die Glocke.

00:11:15: Psychologen nennen das eine Negativitätsverzerrung, eine Verschiebung der Perspektive in Richtung Krise.

00:11:22: Deshalb erinnern wir uns an die eine schreckliche Bahnfahrt – nicht an die zwanzig Problemlosen!

00:11:28: Deshalb erschreckt uns ein Highangriff mehr als die Luftverschmutzung.

00:11:32: Dabei sterben jedes Jahr weltweit weniger als zehn Menschen durch Heihe.

00:11:36: Luftversschmutzungen dagegen kostet Millionen das Leben.

00:11:39: Doch der High triggert unsere Urängste….

00:11:42: Die Macht des Einzelnen Die Welt mit anderen Augen zu sehen, in diesem Fall positiver realistischer beginnt damit selbst Verantwortung zu übernehmen.

00:11:52: Wer immer nur über inkompetente Politikerinnen und kritische Journalisten gierige Managerin- und faule Beamte meckert, bemüht eine bequeme Ausrede für die eigene Untätigkeit.

00:12:03: Dabei könnte jeder und jede etwas tun!

00:12:06: Es ist die Kraft von Millionen kleiner Entscheidungen, die die Welt verändern wird hat Io Wilson, einer der einflussreichsten Biologen der vergangenen Jahrzehnte seiner eigenen Art ins Stammbuch geschrieben.

00:12:18: Der Mann war ursprünglich und vor allem Ameisenforscher!

00:12:21: Und wenn wir uns die Menschenwelt mal als riesigen Ameisonhaufen vorstellen mit Milliarden von Individuen jedes so winzig das es für sich allein kaum auffällt dann können wir nachvollziehen wie Wilson zu seiner Erkenntnis gelangte Denn er hat beobachtet Wenn eine einzige Ameise ihren Weg ändert folgen ihr oft.

00:12:41: Der Gedanke beschreibt ziemlich genau, welche Macht jeder einzelne Mensch hat die Welt zu verändern.

00:12:46: Nur unterschätzen wir sie meist.

00:12:48: Nehmen wir ein alltägliches Beispiel – Kaffee!

00:12:51: Wir Deutschen trinken davon mehr als einhundertsechzig Liter pro Jahr unter Kopf.

00:12:55: Kaffe ist für die Umwelt ein problematisches Produkt, weil für seinen Anbau Wälder abgeholt werden, weil viel Wasser verbraucht wird.

00:13:01: Das triggert Erosion, Landraub und Menschenrechtsverletzungen.

00:13:05: Wer fair gehandelten Öko-Kaffee kauft macht diese Probleme ein wenig kleiner.

00:13:10: Natürlich ist es kaum messbar, welche Wirkung es hat wenn ich eine einzige so gelabelte Packung kaufe aber wenn hunderttausende Kunden Millionen solcher Packungen kaufen verändern sich globale Lieferketten bis hin zum Arbeitsalltag auf Farmen in Afrika und Südamerika.

00:13:28: tatsächlich sind die Marktanteile von fair gehandelten Kaffee in den vergangenen Jahren massiv gestiegen nicht weil Konzerne plötzlich ihr Gewissen entdeckt hätten sondern weil Kunden es verlangt haben.

00:13:40: Konsumentscheidungen sind Stimmzettel, die man täglich abgibt.

00:13:44: Wenn Sie also morgen beim Frühstück Ihren Kaffee trinken, nur Snuggatcreme aufs Brötchen schmieren den Schinken auf's Kräcke legen und ein Ei aufschlagen dann ist das wie eine Sitzung der Vereinten Nationen bei der sie über die Zukunft der Welt abstimmen.

00:13:58: Denn Ihr Café kommt vielleicht aus Kolumbien!

00:14:00: Der Kakao von der Elfenbeinküste, der Orangensaft aus Spanien, der sesam auf dem Brötchern aus dem Sudan.

00:14:07: Der Schinken stammt von Schweinen, die Soja aus Brasilien gefressen haben.

00:14:11: Der Leinsamen im Kneckebrot wurde in Kanada angebaut Im Brotaufstrich steckt Palmöl aus Indonesien.

00:14:17: Die Legehennen haben Futter aus den USA gepickt und die Schnittblumen auf dem Tisch kommen aus Äthiopien.

00:14:24: Sie haben noch keinen Schritt vor der Tür ihres Hauses gemacht und schon ökologische Prozesse auf der ganzen Erde beeinflusst Weil in der Natur alles mit allem zusammenhängt und in der globalisierten Welt des Handels auch.

00:14:38: Von Mobilität über Plastikverbrauch bis Ökostrom, jeder von uns trifft ständig Entscheidungen die Einfluss auf die Welthaben im Supermarkt beim Online-Shopping bei der Planung des Urlaubs und bei ein tausend anderen Gelegenheiten.

00:14:52: natürlich kann individuelles Sozialhelden-Tum die Welt nicht retten.

00:14:56: außerdem wird man dann vielleicht so einem dieser rechthaberischen Weltverbesserer.

00:15:00: aber auch wenn nicht jeder einzelne alles zu verändern vom Markt kann doch jeder eine Veränderung anstoßen.

00:15:07: Es gibt keine Ausrede, ohnmächtig zu sein!

00:15:10: Jeder von uns hat Einfluss – als Konsument, als Wähler, als Nachbar und als Vorbild für die eigenen Kinder.

00:15:17: Wir Menschen unterschätzen gerne wie ansteckend Haltung ist.

00:15:20: Wenn einer damit anfängt weniger zu verschwenden, andere respektvoll zu behandeln oder Verantwortung zu übernehmen folgen andere so wie bei I.O.

00:15:30: Wilson's A-Meisten.

00:15:32: Ungewiss ist gut Ein Beispiel geben.

00:15:35: Mut machen, von Möglichkeiten erzählen – ein Narrativ entsteht aus Fantasie.

00:15:40: Es lenkt wie ein Flussbett Alles was in ihm fließt Gedanken, Emotionen, Entscheidungen.

00:15:46: Und weil der Mensch lieber an eine gute Geschichte glaubt Als er an eine komplexe Wahrheit ist das Narrativ oft sogar stärker als die Wirklichkeit selbst.

00:15:55: Narrative entwickeln eine Kraft, die weltverändert wirken kann.

00:15:58: Der erste Mensch auf dem Mond war zuerst eine Erzählung, bevor es zu einem milliardenschweren Raumflugprogramm wurde das eine ganze Nation hinter einem Ziel vereint hat.

00:16:09: Man kann eine klimaneutrale Volkswirtschaft aufbauen aus Landwirtschaft Landschaftspflege machen und den Zügen sitzen in denen sogar die Klimaanlage funktioniert.

00:16:18: Wir können mit unserer Fantasie ins ungewisse Aufbrechen ohne es fürchten zu müssen.

00:16:23: Das ist eine gute Nachricht denn in die Zukunft blicken können wir nicht.

00:16:28: Warum sollte das auch irgendjemand wollen?

00:16:30: Sehe man die Zukunft golden, wäre das ebenso demotivierend als wäre sie tief schwarz.

00:16:36: Entweder gibt es keine Notwendigkeit mehr sich anzustrengen weil irgendwie auf wundersame Weise sowieso alles gut wird oder jede Anstrengung wäre von vornherein sinnlos Weil für den Tag des jüngsten Gerichts ein Gotteskalender schon einen Termin geblokt ist.

00:16:52: Ein Blick in die Zukunft würde uns lähmen Weil sie uns dann nicht mehr als gestaltbar, sondern als zwangsläufig erschiene wie eine Geschichte die längst geschrieben nur noch nicht erlebt ist.

00:17:03: Wir würden zu Statisten in unsere eigenen Existenz degradiert.

00:17:07: Eben weil die Zukunft ungewiss ist müssen wir Sie nicht fürchten!

00:17:11: In der Ungewissheit liegt die Chance des Gelingens.

00:17:15: Wenn wir die richtigen Erzählungen finden und gute Beispiele geben... ...Zukunft ist keine Tatsache.

00:17:21: Sie isst ein Entwurf Und der erste Entwurf ist immer eine Geschichte.

00:17:27: Selbst erfüllende Prophezeiung.

00:17:29: Meine verstorbene Freundin Jane Godoll, die Schimpansenforscherin meinte jeder und jede müsse bei sich selbst anfangen.

00:17:35: Was du tust macht einen Unterschied und du musst entscheiden welcher Unterschied das sein soll.

00:17:40: Ich mag diese Art des Denkens weil es mir in einer unübersichtlichen Welt das Gefühl zurück gibt Einfluss zu haben.

00:17:47: Wer denkt ich bin doch nur einer von acht Milliarden oder die da oben machen eh alles unter sich aus wird schnell von dem Gefühl gelähmt, alleine nichts ausrichten zu können.

00:17:57: Andersherum wird ein Schuh daraus!

00:17:59: Zusammen sind wir acht Milliarden und mit den richtigen Geschichten können wir alles verändern.

00:18:05: Wir können uns ermächtigen Eine einzelne Handlung Weniger Fleischessen Dem Grandla von gegenüberfreundlich Zuwinken Radfahren für Einkaufen Sich irrenamtlich im Fußballverein engagieren Müllsammeln scheint klein.

00:18:18: Aber Millionen solcher Handlungen kippen Systeme Märkte verändern sich, wenn Konsumenten es wollen.

00:18:24: Politik verändert sich, when Wähler ist wollen.

00:18:27: Optimistische Narrative verstärken diese kollektive Dynamik.

00:18:31: Sie erzeugen Energie.

00:18:32: sie können zu selbst erfüllenden Prophezeiung werden.

00:18:36: Erwartungen Formen Handlungen.

00:18:38: Wer an Lösungen glaubt hat bessere Chancen auch tatsächlich welche zu finden.

00:18:43: Wenn wir die Zukunft eher als Chance und weniger als Bedrohung sehen Ist das bereits der erste Schritt in die richtige Richtung.

00:18:50: Statt etwa Umweltschutz nur als Erzählung von Verzicht, Verteuerung und Verboten zu verstehen sollten wir über die Möglichkeiten sprechen, die er uns bietet.

00:18:58: Mehr Sicherheit mehr Wohlstand Unabhängigkeit von zweifelhaften Energielieferanten saubere Luftstätte ohne Lärm & Smoke neue Jobs in nachhaltigen Technologiefeldern mehr Gesundheit mehr Glück.

00:19:13: Wir können aufregende Geschichten der Natur an unserer Heimat und der Wildnis in anderen Ländern erzählen Etwa von den großen Bartenwahlen, deren Bestände sich seit Ende des kommerziellen Wahlfangs vielerorts erholen.

00:19:26: Was uns alle freuen sollte, weil sie das Klima schützen!

00:19:28: Ihr Kot dünkt die Meere, fördert die Vermehrung von Phytoplankton und das zieht jedes Jahr viele Milliarden Tonnen Treibausgase aus der Atmosphäre.

00:19:39: oder von den Adlern, die heute über meiner Heimatstadt Hamburg reisen und die ich als Kind nie gesehen habe.

00:19:46: Menschen Folgen eher Visionen, die sie beflügeln als solchen, die Sie erschrecken.

00:19:51: Wir brauchen Geschichten, die Mut machen und Lust auf das Abenteuer Zukunft!

00:19:56: Die Mondlandung war ja auch keine Angstkampagne sondern ein Versprechen.

00:20:01: wir fliegen zum Mond nicht weil es einfach ist, sondern weil es schwer ist hat John F. Kennedy seinen Landsleuten zugerufen.

00:20:09: Weil es schwer isst.

00:20:11: genau so könnten wir auch Klima- und Artenschutz und die anderen Megathemen erzählen Nicht klein geistig, sondern ambitioniert als großes Zukunftsabenteuer.

00:20:21: Wirtschaftswachstum, Klimaneutralität und pünktliche Züge – alles gleichzeitig!

00:20:27: Warum denn nicht?

00:20:32: So liebe Freunde, das war sozusagen die Vorausgabe der neuen Staffel der Kettenreaktion.

00:20:38: Also ein Artikel, der als Titelgeschichte im kommenden Geohäft erscheint sollte ihr unbedingt kaufen.

00:20:44: dieses Heft denn es geht um Optimismus und Hoffnung und die Gründe dafür.

00:20:48: also wirklich ein lesenswertes Heft.

00:20:50: Ihr könnt natürlich auch mein Buch lesen.

00:20:52: hoffnungslos optimistisch Das gibt's ja schon länger ist in jeder Buchhandlung zu haben oder noch viel besser.

00:20:57: Das würde uns am allermeisten freuen.

00:20:59: Ihr kommt zu einer unserer hoffnungslos optimistisch Live-Shows, da sind Sabine und ich nächstes Jahr immer zusammen auf der Bühne.

00:21:06: die Tickets könnt ihr jetzt schon bei Eventen kaufen für die Jahre siebenundzwanzigundachtundzwanzig, über wie lange und voraus geplant ist.

00:21:14: das war's von mir für heute!

00:21:16: Und nächste Woche geht es dann weiter mit der echten ersten Folge der Staffel sechs unserer Kettenreaktion mit der Folge fifty vier.

00:21:24: und wir fangen ganz ganz groß an mit einem richtig großen Thema aus der Biologie mit den riesigen Wanderungen, die das ganze Leben auf der Erde jeden Tag jede Nacht vollführt.

00:21:36: Es sind ihre Geschichten und wie die ganzen Tiere sich über den Globus bewegen und was es alles mit uns zu tun hat.

00:21:42: Und außerdem erzählen wir davon dass wir neue Freunde gefunden haben nämlich Polarstärken

00:21:47: Ökostrom Firma Polar Stern aus München.

00:21:50: Da freuen wir uns wahnsinnig, weil das wird eine ganz tolle Kooperation und so können wir eben weiterhin die Kettenreaktion journalistisch unabhängig produzieren.

00:21:58: Vielen Dank schon mal dafür!

00:21:59: Und nächste Woche hört ihr mehr

00:22:10: dazu.

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