#52 Gute Reise: Warum die Welt Touristen braucht
Shownotes
Hotelburgen statt unberührter Natur, Müll am Strand, Wassermangel, Energieverbrauch und natürlich die klimaschädlichen Urlaubsflüge: Massentourismus ist eine ökologische Plage, Overtourism eine globale Seuche, die Kulturen zerstört. Zumindest sieht es auf den ersten Blick so aus. Wer genauer hinschaut, erkennt aber schnell: Flugbashing und Urlaubsscham greifen zu kurz. Denn tatsächlich ist die Reisebranche die wohl größte und wichtigste überhaupt. Jeder zehnte Arbeitsplatz auf der Welt hängt direkt oder indirekt vom Fernweh ab, das jedes Jahr Millionen Menschen die Koffer packen lässt. Grenzübergreifender Naturschutz wäre ohne Tourismus kaum möglich. Und ohne kulturübergreifende Begegnungen wäre es noch schwieriger, Vorurteile abzubauen. In der letzten Folge vor der Sommerpause erklären Sabine und Dirk, warum Reisen eigentlich eine gute Sache ist.
Wir reisen gerne mit: www.chamaeleon-reisen.de
Einige Quellen, die wir für diesen Podcast angezapft haben:
World Bank – Nature-Based Tourism
IUCN: Tourism and Biodiversity Conservation
WWF: Tourism and Protected Area Financing
Sustainable Travel International: Tourism Benefits Nature and Wildlife
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+++ Host: Dirk Steffens, Sabine Steffens +++ Audioproduktion und Sounddesign: Stefan Strüber +++ Redaktion: Dr. Dirk und Dr. Sabine Steffens
Transkript anzeigen
00:00:05: Gute Reise, wie Tourismus die Umwelt schützt.
00:00:09: Die
00:00:09: Kettenreaktion!
00:00:25: Freut ihr euch auch schon so auf den nächsten Urlaub?
00:00:28: Ich finde immer mein Gott Sommerzeit alles ist ein bisschen leichter und schöner und sonniger und vielleicht habt ihr ja auch was Cooles vor.
00:00:35: eine schöne Reise ein bisschen wegfahren.
00:00:38: Auf jeden Fall geht es darum bei uns heute in der letzten Folge vor unserer
00:00:43: Sommerpause.
00:00:45: Und was das Reisen mit uns und der Welt macht, und ob es gut oder schlecht ist.
00:00:52: Also ich kann schon mal vorne weg sagen, was das reisen idealerweise mit Reisen denn macht?
00:00:57: Nämlich glücklich!
00:01:00: Wer schon einmal morgens im Krogerpark zum Beispiel unterwegs war da waren wir ja gerade Sabine das Halt so in mir nach dieses Gefühl bei Sonnenaufgang und dann sieht man vom horizontalen Elefantenherde auf sich zukommen die taucht dann da auf im Sonnenschein diese Staubwolke Und dann dieses Gefühl, dass ich habe.
00:01:16: Wenn ich solche Erlebnisse habe – die darf ich ja oft haben durch meinen Beruf ganz wunderbar – das ist irgendwie so eine Mischung aus Ehrfurcht und aus Glück und Erfüllungen.
00:01:26: Irgendwie hab' ich mal das Gefühl wenn ich Tieren begegne und zum Urlaub bin….
00:01:29: Ich bin Teil von was größerem bei einem Sonnenuntergang oder den Elefanten!
00:01:33: Wir haben wirklich zauberhafte Erlehnisse, die wir da sammeln, obwohl es übrigens kein Urlaub war, sondern unsere Drehreise?
00:01:40: Okay er stimmt, Entschuldigung!
00:01:42: Lieber
00:01:42: Fernsehsender der!
00:01:45: Für den wir arbeiten.
00:01:46: Wir haben natürlich... Unsere Arbeit fühlt sich an wie Urlaub!
00:01:49: Aber wir waren ja tatsächlich auch in Afrika im Urlaub mit unseren Kindern und da haben wir auch unglaublich schöne Erlebnisse gesammelt, so auch als Familie.
00:01:57: Weißt du noch?
00:01:58: Wie wir dann mit dem Camper im Busch standen und dann diese Geräusche abends am Feuer und dieser unendliche Sternennimmel und man fühlt es sich wie allein in der Savanne.
00:02:08: also großartig.
00:02:10: Großartig Ja und ihr habt sicher auch so Glücksmomente immer wenn Am Korallenriff schneuchelt oder die Füße ins Meer steckt, oder mal früh morgens durch den Wald läuft.
00:02:20: Da weiß man doch solche Erfahrungen verändern uns, machen uns glücklich!
00:02:25: Ja ich sag's ja immer wir wollen die Welt mit anderen Augen sehen und da ist Reisen natürlich ein guter Weg um das zu tun.
00:02:31: Warum Reisen?
00:02:31: Naja... Schlicht weil die Welt so'n Buch isst also wie ein Buch Und wenn nie reist der liest halt nur eine einzige Seite dieses Buches und kriegt nie mit wie die ganze Geschichte aussieht.
00:02:42: So oder ähnlich gibt es ein Zitat, von dem ich jetzt leider vergessen habe, von wem das ist.
00:02:45: Also die Welt ist ein Buch und wenn ihr reißt sieht nur eine Seite davon.
00:02:55: Ehrlicherweise muss man aber natürlich sagen Tourismus hat keinen guten Ruf und natürlich auch noch ne ganz andere Seite.
00:03:02: Mobilität also vor allem Flugzeuge, Flugreisen verursachen ganz viele Emissionen Kreuzfahrtschiffe zum Beispiel verschmutzen.
00:03:11: Die Meere haben auch einen irren Verbrauch an Schweröl und Gas usw.
00:03:16: Reiseziele, Ächzen unter Besuchermassen over Tourism stichworten.
00:03:21: Weißt noch als wir da aus versehen letzten Sommer um den Ferragosta-Feiertag in Italien waren?
00:03:26: Und man den Strand nicht mehr gesehen
00:03:29: hat.
00:03:29: Ich schaue gleich
00:03:30: mal nach...
00:03:32: Ich schaue gleich mal nach, ob ich das Foto finde von dem Strand, den man unter den Menschen nicht sieht.
00:03:36: Vielleicht können wir das bei Campfire einstellen?
00:03:38: Genau!
00:03:39: Also solche Geschichten gibt es natürlich auch egal, ob man jetzt in Barcelona ist und in Machu Picchu bei den ägyptischen Pyramiden.
00:03:47: Neulich habe ich sogar so einen schlimmen Instapost gesehen vom Mount Everest wo die Massen an Bergsteigern auch die Lager so vermüllen und die Umwelt natürlich darunter leidet.
00:03:59: Diese Seite gibt es natürlich auch.
00:04:01: Und dafür habe ich auch ein Zitat und hier weiß sich sogar von wem es ist, nämlich von Hans Magnus Enzensberger.
00:04:06: der Tourist zerstört was er sucht in dem er es findet.
00:04:10: Von wem?
00:04:11: Hans Magnos Enzensberger
00:04:13: Ja, da ist natürlich was dran.
00:04:15: Das scheint ja auch plausibel.
00:04:16: Wir suchen so Natur, Einsamkeit, Ursprünglichkeit und haben wir sie gefunden?
00:04:21: Locken wir die anderen dorthin und dann ist es eben vorbei mit ursprünglich und
00:04:26: einsam.".
00:04:27: Und
00:04:27: trotzdem gibt es eine überraschende Wahrheit!
00:04:29: Die Ensensbergers Gedanken und auch dem simplen Flugbashing von einigen Klimaschützern wirklich entgegensteht.
00:04:36: also ohne Tourismus wären viele der schönsten Naturlandschaften der Erde längst zerstört.
00:04:43: Nationalparks, Gorillas, Tiger, Korallenriffe ganze Ökosysteme verdanken ihre Existenz Menschen die eintritt Zahlen Hotels buchen oder Safaris machen.
00:04:55: denn es ist eigentlich ganz logisch umweltschutz kostet Geld.
00:04:59: Die Menschen die da vor Ort leben die brauchen auch Geld zum Leben und dieses Geld muss irgendwo herkommen.
00:05:04: wo kommt das her?
00:05:05: sehr oft von den Reisenden.
00:05:23: Und darüber wollen wir heute sprechen über die gute Seite des Reisens und über die Frage, warum Natur manchmal erst dann geschützt wird wenn sie einen wirtschaftlichen Wert bekommt.
00:05:34: Und warum ausgerechnet Touristen zu den wichtigsten Verbündeten des Naturschutzes gehören können?
00:05:40: Hier ist die Kettenreaktion euer Wissenschafts-Podcast, der erklärt wie das eine mit dem anderen zusammenhängt – und hier sind wieder Du und ich, Ich bin Sabine Steffens.
00:05:50: Und ich bin der Dirk dazu!
00:05:51: Also so Reisen im Sinne von Urlaubsreisen zum reinen Vergnügen ist übrigens eine erstaunlich junge Erfindung.
00:05:59: die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte reißen Menschen nur aus Notwendigkeiten nämlich zum Beispiel Händler oder Pilger oder Soldaten oder Flüchtlinge und du musst mal überlegen wie beschwerlich und wahrscheinlich auch fürchterlich unbequem das war.
00:06:12: stell dir mal vor Du musst das jetzt mit mir, so wie wir es gerne mal machen nach Hamburg reisen aber nicht schon schön im ICE sondern in der Postkutsche bei jedem Wetter und auf so Schotterstraßen oder wie lange das dauern würde.
00:06:27: Also... Es ist nicht immer bequem gewesen.
00:06:30: Allerdings kannten auch schon die Griechen und Römer sowas ähnliches wie Urlaub, also zumindest die Wohlhaben darin von ihnen oder die andere Gründe hatten unterwegs zu sein.
00:06:39: Also wohlhabende Bürger flohen zum Beispiel im Sommer gerne aus dem heißen Rom an die Küste.
00:06:44: Andere reisten um Heiligtümer zusehen Paläste zu besuchen oder Denkmäler zu bestaunen.
00:06:49: so was gab es auch schon in der Antike?
00:06:52: Eigentlich wie heute, oder?
00:06:53: Ja!
00:06:54: Und übrigens auch genau wie heute.
00:06:56: eines der Topreiseziele war Ägypten.
00:07:01: Also Pyramiden gucken und dann eine schöne Nielkreuzfahrt, sowas hat auch schon Julius Caesar gemacht.
00:07:05: Und da konnte man bei dieser Tour eben auch gleich damals
00:07:07: ... Nicht seiner geliebten Kleopatra?
00:07:09: Ja, wobei die war ja ein Local!
00:07:11: Ja eben, die musste ihm ja mal zeigen wie schön ihr Ägypton ist.
00:07:14: Bei so einer Niel Kreuzfahrts- und der Ägyptentour konnte man dann gleich zwei von den damaligen sieben Weltwundern von der Bucket List abhaken.
00:07:21: also aber es gab eben auch schon die elenden Seiten des Tourismus in der Antike zum Beispiel diese Schmierereien auf ganz tollen Baudenkmehl an.
00:07:30: Claudius war hier oder Theodosios war hier, also das gab es damals auch schon.
00:07:35: Es ist wirklich unglaublich diese Zahl.
00:07:37: am Grab von Ramses dem vierten in Ägypten haben schon griechische und römische Touristen in der Antike über ein tausend solcher reingeritzten Schmierereien hinterlassen.
00:07:47: Also das waren dann Reisekommentare oder auch Hotelbewertung oder Selbstdarstellung oder einfach nur blöder Spruch als im Grunde Eigentlich genauso wie heute auf Insta und Co.
00:07:56: Genau, fünf Sterne hier oder zwei dort... Ja!
00:08:00: Und im achzehnten Jahrhundert entstand dann die berühmte Grand Tour.
00:08:05: Es gab neue Schiffe es gab Eisenbahnen plötzlich auch mehr Straßen Die ganze Mobilität, die Infrastruktur.
00:08:11: Alles wurde moderner.
00:08:12: und ja da wurde's dann auch so langsam hip.
00:08:15: Junge Adler aus England reisten monatelang durch Europa, das gehörte irgendwie zum Lifestyle dazu.
00:08:23: Bestaunten die Kunst, Influenz oder irgendwelche Ruinen und so eine Art Bildungsprogramm für Rich Kids wahrscheinlich.
00:08:31: Und dann gab's schon bald das erste Tourismusunternehmen der Welt.
00:08:35: übrigens hieß es Thomas Cook und Sohn nicht zu verwechseln mit dem großen Seefahrer James Cook hieß der oder
00:08:41: James Cook.
00:08:42: Das ist aber lustig, dass er erste Weltumsegler über den Jahrhundert vorher Cook hieß und dann auch der Erfinder der Weltreise sozusagen Cook hies.
00:08:49: Man hat dann gleich das Gefühl, ah, Cook hat irgendwas mit großem weiten Abenteuereisen.
00:08:53: Ich
00:08:53: habe jetzt gar nicht recherchiert ob die vielleicht weitläufig miteinander verwandt sind, ob der eine ein Nachfahre des anderen ist, aber das schauen wir nochmal nach.
00:08:59: Also
00:08:59: jener besagte Thomas Cook jedenfalls, der hat am fünften Juli Eine Zugreise organisiert für rund fünfhundert Menschen, und zwar in England von Leicester nach Lowbrow.
00:09:13: Und die Teilnehmer zeigten einen Pauschalpreis für die Bahnfahrt und die Verpflegung – ja das ist im Grunde die erste organisierte Gruppenreise der Geschichte!
00:09:23: Der Thomas Cook baute draußen Reiseunternehmen auf und viele Innovationen wie bis heute.
00:09:29: Hipson hat er schon eingeführt.
00:09:31: Ja, eben solche Pauschalreisen.
00:09:33: Es gab auch Reisekataloge, es gab die ersten Hotelgutscheine... Hat
00:09:38: er das Voucher aufhoben?
00:09:39: Ja,
00:09:39: Voucha!
00:09:40: Auch Rundreisen mit festen Programmen und das wurde dann auch bald nicht nur in England sondern eben international auch rumgereist.
00:09:49: ja und schon bald später, aus den Hundertneunen und Sechzig hat er eben Reisen nach Ägypten organisiert
00:09:55: usw.,
00:09:55: usw.
00:09:56: Bald dann schon die erste Weltreise.
00:09:59: Damals war deine Firma der weltweit größte Reiseveranstalter.
00:10:19: Billionen Euro.
00:10:21: Also Billionen,
00:10:22: wie viel Nullen sind
00:10:23: das?
00:10:23: Das kannst du jetzt mal sehr schön überlegen während ich weitererzähle.
00:10:27: und
00:10:27: das bedeutet dass etwa zehn Prozent der gesamten weltweiten Wirtschaftsleistung mit der Reisebranche zusammenhängt.
00:10:35: also die Tourismus Branche ist viel größer als etwa die globale Autobranche und außerdem hängen weltweit etwa dreihundertfünfzig Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Tourismus ab.
00:10:48: Es entspricht fast jedem zehnten Job auf der ganzen Welt.
00:10:51: Je nach Rechenart kann man also mit einigen Recht sagen, dass die Tourismusbranche die größte Branche der Welt ist.
00:10:58: Das ist wirklich verrückt!
00:10:59: Das wusste ich vorhin tatsächlich nicht
00:11:01: und es ist wichtig denn wenn man über die größten Wirtschaftsbranche der Welt redet dann bedeutet das ja auch... ...das ist der allergrößte Hebel um Umwelt zu zerstören oder auch Umwelt zu beschützen je nachdem wie man's macht.
00:11:13: Also Klimaschützer mit Hang zu einfachen Antworten Haben in Fridays for Future Zeiten ja gerne gegen den Tourismus und Flugreisen gewettert?
00:11:20: Flugschirm verbreitet, aber wenn man sich das genauer anschaut war das glaube ich nicht bis zu Ende gedacht.
00:11:26: Die Realität ist natürlich viel zu komplex für so simple Urteile wie.
00:11:30: Du darfst nicht fliegen!
00:11:34: So ein
00:11:40: Regenwald der muss leider wirtschaftlich konkurrieren mit einem Sojafeld oder einen Korallenriff, was bringt mehr?
00:11:48: Einen Elefant oder ein Maisfeld.
00:11:50: Denn die Menschen, die da immer zu Hause sind, wo andere gerne Urlaub machen, die müssen ja auch von irgendwas leben genau wie wir hier.
00:11:59: und wenn die Natur eben kein Einkommen bringt muss die Fläche anders genutzt werden, um Armut abzuwenden und dann muss da eben der Sojaacker her statt der unberührte Urwald damit die Bauernfamilie auch über die Runden kommt oder eben irgendeine Fabrik wo vorher ein artenreicher Sumpf war.
00:12:17: Ja,
00:12:18: Tourismus kann zu einer besseren Flächennutzung führen.
00:12:21: Kann die Rechnung auch zum Guten verändern und plötzlich ist dann eben ein Leben da Elefant mehr wert als einen Erschossener also jemand der da lebt.
00:12:29: er kann den Elefanten erschießen um seine Familie zu ernähren mit dem Fleisch einmal das Elfenbein verkaufen aber dann hat er nur einmal Geld verdient oder er führt jeden Tag Touristen dahin und hat ein dauerhaftes Einkommen mit dem man dann das Schulgeld für seine Kinder bezahlen kann usw.
00:12:42: Also in den Takteregenwald ist deshalb auf Dauer wertvoller als eine abgeholzte Fläche.
00:12:46: Die Weltbank hat errechnet, dass allein der Natur basierte Tourismus – also was wir so landläufig Ökotourismus nennen -, dass der ungefähr hundertzwanzig Milliarden pro Jahr einbringt.
00:12:58: Und vieles von diesem Geld fließt eben in den Erhalt der Natur!
00:13:02: Warum ist das so?
00:13:02: Na ja die Natur ist es ja... ...die die Touristen anloggt.
00:13:06: Also die ist die Geschäftsgrundlage.
00:13:08: Niemand bucht sich einen Urlaub auf einer Verkehrsinsel oder auf einer Müllkippe.
00:13:11: man möchte einen schönen sauberen Strand haben oder in intakten Wald.
00:13:14: Inzwischen zählt man rund acht Milliarden Besuche pro Jahr in den Schutzgebieten.
00:13:19: Das kann so sein, weil Leute mehrere Tage oder öfter dahin fahren.
00:13:22: Deshalb kommen wir auf acht Milliarden-Besuche in die Naturschutzgebiete der Welt.
00:13:26: und eine ganz simple Frage, die man sich nun mal stellen muss um das Problem zu verstehen was würde wohl aus diesen ganzen Schutzgebiet werden wenn niemand mehr hinführe?
00:13:35: Genau!
00:13:36: Dann wäre alles kaputt.
00:13:37: Ein
00:13:40: bisschen haben wir das ja gerade erlebt im Kruger Nationalpark.
00:13:44: Allein da kommen hunderte Millionen Euro pro Jahr durch Touris in die Region und es hört sich ja erst mal an wie ein plattes Profitargument, aber dahinter steckt eben was Wichtigeres, was Komplexeres denn wo's um viel Geld geht dann entsteht eine gesellschaftliche und politische Wille.
00:14:02: Kannst dich erinnern?
00:14:03: Wir haben auch mit diesem Makuleke Manager dieser Lodge gesprochen.
00:14:09: Ein wunderschöner
00:14:11: Ort.
00:14:12: Das war ein Beispiel, dass die Menschen dort vorher ... gelebt haben, teilweise gar nicht so wahrgenommen haben dass ihr Land so einen großen Nutzen hat und das Menschen aus aller Welt hinkommen um sich das anzuschauen.
00:14:25: Und jetzt wo sie es als Naturpark nutzen und beschützen, haben Sie eine ganz andere Wertschätzung für Ihr Land und sind auch total stolz drauf!
00:14:34: Das ist eben nicht nur gut.
00:14:35: Menschen tun sondern ganz handfest.
00:14:37: Arbeitsplätze einkommen, Steuereinnahmen also was?
00:14:39: Ja
00:14:39: plötzlich haben sie da Jobs und zwar gute Jobs.
00:14:42: Naja, also so ist es dann eben.
00:14:44: Wenn Arbeitsplätze entstehen, wenn Steuereinnahmen von intakter Natur abhängen... ...dann bekommt Naturschutz plötzlich ganz mächtige Verbündete!
00:14:53: Nicht unbedingt sind das alles so edle Gutmenschen die was Gutes wollen sondern es geht ja auch wenn's der berechnende Business-Typ ist.
00:15:01: Hauptsache es bringt an etwas ein aber die haben ja auch eben die Macht was zu verändern.
00:15:06: In den Krogerpark zum Beispiel kommen pro Jahr ungefähr zwei Millionen Besucher Und ohne die würde es das berühmteste Schutzgebiet Afrikas wahrscheinlich gar nicht geben können, weil niemand das bezahlen könnte.
00:15:18: Das allein reicht da eigentlich schon als Beweis dafür, Tourismus muss nicht schlecht sein!
00:15:24: Aber mein Lieblingsbeispiel ist auch aus Afrika ein anderes, nämlich die Berggurrillas in Ruhanda.
00:15:30: Schon in den neunzigundachtziger Jahren standen die kurz vorm Aussterben also die Armutwilderei politische Instabilität und das alles ist natürlich Ganz schlimm als Voraussetzung, das sind ganz schlechte Rahmenbedingungen für den Artenschutz.
00:15:43: Aber dann hat Rwanda ganz konsequent auf Hochwertigen und auch teuren Naturtourismus gesetzt.
00:15:48: Heute zahlen Besucher teilweise mehr als ein Tausend Dollar für eine einzige Stunde Guchilla-Beobachtung!
00:15:56: Das ist ja auch unbezahlbar toll.
00:15:58: aber nein es stimmt schon es ist ein Haufen Geld Es klingt auch wirklich absurd teuer.
00:16:03: Und ja oft kommt dann immer gleich der Vorwurf Das ist ja ungerecht, das können Sie ja nur die Allereichsten dann leisten.
00:16:11: Und das stimmt auch!
00:16:12: Aber die Frage ist es schlecht?
00:16:14: Also wer jetzt so stumpf soziale gegen ökologische Argumente ausspielt er sollte vielleicht nochmal nachdenken.
00:16:20: Wenn eine Berggurriller-Erfahrung so billig wäre wie ein Ryanair Trip nach Malle um sie einmal vorlaufen zu lassen Dann wären diese Tiere wahrscheinlich schon ausgestorben.
00:16:29: Es gibt eben kein Menschenrecht auf billige Reisen und globale Naturzerstörungen Und die Welt ist ja ohnehin ein ungerechter Ort.
00:16:38: Also Reiche haben ja auch größere Häuser, die haben dickere Autos, teurere Klamotten mehr von allem!
00:16:43: Das ist alles ungerecht.
00:16:45: aber das nehmen wir doch hin.
00:16:47: Warum dann ausgerechnet beim Reisen plötzlich so eine Art Erlebnis-Kommunismus gelten soll?
00:16:51: Also jeder muss überall für billig hinreisen können.
00:16:54: Auch wenn dadurch die größte Naturschätze zerstört werden... ...das habe ich nie verstanden.
00:16:58: Das ist ein komisches Argument.
00:17:01: Es ist ungerecht, dass Reiche zu den Gorillas können und normales nicht.
00:17:04: Aber es gibt viel schlimmere Ungerechtigkeiten auf der Welt – für die Gorillas!
00:17:08: Ist das so wie's isst besser als anders?
00:17:12: Der hohe Preis ist ja auch einer der Gründe für den Erfolg solcher Maßnahmen.
00:17:17: In afrikanischen Nationalparks ist zum Beispiel die Hälfte der gesamten Finanzierung stammt aus Eintrittsgeldern, Konzessionen und Tourismusabgaben – und davon werden dann eben die Ranger vor Ort bezahlt, die Schutzmaßnahmen und auch Projekte in den umliegenden Dörfern.
00:17:32: Bei den Berkourillers war es eben so dass der Urwald als Heimat der Gorillas, den zu beschützen wurde wirtschaftlich einfach wertvoller.
00:17:40: Als die Abholzung oder auch jede alternative Nutzung dieses Lebensraums und ja mit einem ganz herrlichen Ergebnis nämlich Die Bestände.
00:17:49: der Berg Gorillas haben sich sehr deutlich erholt.
00:17:52: Als es am schlimmsten war waren es wenige hundert Und inzwischen sind wieder über tausend Berg Gorillas.
00:17:58: allein im Währungspark sind es ungefähr sechshundert.
00:18:02: Ja, und das muss man sich mal vorstellen wo der liegt nämlich in der demokratischen Republik Kongo oder zumindest als Grenz da einander ist von drei Ländereck.
00:18:08: Und Kongo zum Beispiel ist ein Land wo ich sage das mal ganz offen ziemlich wenig funktioniert also einen land mit unruhen mit bewaffneten Unruhen gibt es jede menge Korruption aber selbst der brutalste Warlord lässt die Gorillas in Ruhe.
00:18:23: Warum?
00:18:24: Weil sie Geld bringen von denen er sich dann einen Teil sichern kann.
00:18:28: Dieser Egoismus, dieser ökonomische Egoismus der ist verlässlicher als Idealismus.
00:18:34: Und das ist im Umweltschutz nicht anders als in anderen Bereichen.
00:18:37: also wenn die Locals mit ihrer Natur einen Einkommen erzielen indem sie Reisen empfangen dann ist es eine Inwertsetzung von Natur.
00:18:44: Die Natur wird dann von etwas was man verbrauchen muss um zu leben Zu einer lukrativen Wertanlage die man erhalten will.
00:18:51: und da muss man nie mehr zum Umwelthutz zwingen sondern die Leute wollen die Umwelt schützen weil Sie damit Geld verdienen.
00:18:58: Und natürlich hat sich die Wissenschaft schon mal genauer angeschaut, welche Wirkung Tourismus wirklich auf die Natur und die Umwelt der Welt hat.
00:19:05: Zeit für eine Nerdbox würde ich sagen Sabine!
00:19:07: Machen wir sie mal griechend auf die Nerdbox.
00:19:10: Sehr gern.
00:19:11: Man kann inzwischen ganz gut beziffern, wie schädlich es wäre, wenn niemand mehr Fernreisen unternehmt.
00:19:17: Wir haben da ein sehr großes unfreiwilliges Experiment hinter uns nämlich durch die Corona-Pandemie.
00:19:25: Ihr erinnert euch alle noch im Shutdown bedurften kaum vor die Tür und natürlich auch nicht in Urlaub fliegen... Das war schrecklich!
00:19:32: Genau.
00:19:32: Es gab eine Milliarde weniger Urlauber in der Zeit also ungefähr drei Viertel weniger internationale Reisen.
00:19:40: war natürlich erst mal sehr gut fürs Klima.
00:19:43: Vor Corona hat der Tourismus rund zehn Prozent der Weltemissionen verursacht, wären Corona dann nur noch um die fünf Prozent.
00:19:51: Halbiert
00:19:52: hört sich doch erstmal prima an!
00:19:53: Genau es wurden nämlich zwei bis drei Milliarden Tonnen Treibhausgase vermieden.
00:19:59: das sind große beeindruckende Zahlen.
00:20:01: ja ja aber es gibt eben auch die andere Seite.
00:20:05: auf der anderen Seite ging nämlich ganz viel Geld und auch Arbeitsplätze verloren.
00:20:10: Die Wirtschaftsleistungen und soziale Leistungen schrumpfen total ein.
00:20:14: Die Vereinigung UN Tourism schätzt die wirtschaftlichen Einbußen auf deutlich über eine Billion US-Dollar, und man hat errechnet das weltweit etwa sechzig bis siebzig Millionen tourismusbezogene Arbeitsplätze verloren gingen.
00:20:30: Und
00:20:30: vorstellbare Zahlen?
00:20:31: Ja genau!
00:20:32: Also tatsächlich wenn man viele Wissenschaftler befragt... Man sieht den größten Hebel für Klima und Umwelt nicht im Verzicht auf Reisen, sondern eher in der Decarbonisierung von Energie-, Industrie-, Verkehr- und Landwirtschaft.
00:20:48: Okay das stimmt zwar aber trotzdem also das möchte ich noch mal ganz klar sagen wäre mehr Klimaschutz in der Reisebranche natürlich auch sehr wichtig denn wir müssen ja schließlich an allen Schrauben drehen die wir haben Aber es ist halt nicht die größte und wichtigste Schraube.
00:21:00: Und während Corona haben tatsächlich dann erstmal ganz viele Naturschützer Auf eine große Erholung der Natur.
00:21:09: Ja, manchmal ist das ja auch so passiert.
00:21:11: Kannst du dich noch an diese Videos erinnern die damals viral gingen?
00:21:15: Diese beiden Delfine, die in der Lagune von Venedig gesehen wurden... Jaaa!
00:21:19: Die Venetianischen Delfinen klar!
00:21:22: Da
00:21:22: gab es einen wahnsinnigen Hype um solche Storys.
00:21:25: Corona macht uns krank und die Natur gesund hieß es dann.
00:21:29: Aber ja, das ist natürlich zu schön und einfach um wahrzusein.
00:21:33: Diese Venedigdelfine waren zwar korrekt, viele andere Geschichten diese Art waren ganz schön auch
00:21:38: fake.".
00:21:38: Ja!
00:21:39: Und...und ...das hat verzerrt was tatsächlich vielorts passierte.
00:21:43: Ich zitiere jetzt mal wörtlich wie die Umweltschutzorganisation WWF Das damals analysierte Zitat Der Kollaps der Tourismusindustrie und das Ausbleiben der Besucher droht die Erfolge jahrelanger Naturschutzarbeit zunichte zu machen.
00:22:01: Die Einnahmen für Schutzgebiete und Nationalparks bleiben aus, Wildhüterinnen können nicht mehr beschäftigt und bezahlt werden, Einnahmen aus gemeindebasierten Tourismusprojekten brechen weg und viele Familien deren Existenzen daran geknüpft sind leiden unverschuldet große
00:22:17: Not.".
00:22:19: Also die Wahrheit ist auch hier mal wieder viel komplexer als einfache Parolen.
00:22:25: Natur braucht nicht nur Schutz vor Tourismus, sondern die Natur braucht auch Tourismus um geschützt zu werden!
00:22:33: Da können wir ja noch einmal auf die Bergkurrillas blicken.
00:22:36: Damals gab es natürlich auch keine Touristen im Virungapark?
00:22:41: Während der Pandemie unterfehlten die Einnahmen sowohl für den Park als auch eben für die lokale Bevölkerung.
00:22:47: Und ja, mitten in der Corona-Krise gab es einen Angriff vom Milizionären auf dem Park.
00:22:53: Da wurden dreizehn Ranger und vier Zivilisten getötet – und ja, auch für uns ganz traurig!
00:22:59: Der berühmte Silberrücken Rafiki wurde von Wilderern getötete.
00:23:06: Und es gibt auch viele andere Geschichten, also ich kann mich erinnern an Geschichten aus Kenia.
00:23:10: Da werden zum Beispiel die letzten Nashörner von NGOs beschützt, die da auf diese Ranger dann bezahlen und die NGOs gingen einfach pleite weil keine Einnahmen durch Tourismus mehr da waren und das hat tatsächlich hunderte Nashörners das Leben gekostet.
00:23:26: Solche Geschichten gibt's viele, z.B.
00:23:28: in Madagascar ist ein ganz armes Land und ohne die Touristen leiden die Menschen dort sofort echte Not.
00:23:34: Ja und dann wird natürlich so ein Urwald auch die letzte Reserve um Rennholz zu holen, um Felder anzulegen, um Tiere zu jagen.
00:23:42: Natürlich ist das verständlich aber das hat für die Natur schlimme Folgen!
00:23:47: Und ich zitiere jetzt auch mal den WWF der die Abholzung während Corona mit Satellitendaten weltweit untersucht hat?
00:23:55: In den achtzehn untersuchten Ländern in Afrika Asien und Südamerika Erreichtete der durchschnittliche Verlust an Waldbedeckung im März, verglichen mit den Märzwerten der Jahre zehnt sich siebzehn bis zwanzig neunzehn einen Rekordstand.
00:24:10: Rund sechshundertfünfundvierzichttausend Hektar Tropenwald wurden zerstört.
00:24:16: Zitat Ende Das ist übrigens mehr als doppelt so groß wie das Saarland und hundertfünfzig Prozent mehr als im gleichen Zeitraum der Jahre zwanzich siebzen bis zwantzig neunzin.
00:24:28: Also, ich mach das mal in einem Satz.
00:24:30: Durch die Corona-Krise ist in diesen untersuchten Regionen die illegale Abholzung um hundertfünfzig Prozent gestiegen.
00:24:38: ein katastrophaler Wert und wenn man so will Quaterrat demonstrandum.
00:24:42: also lieber Hans Magnus Ensenberger hier der wohl zutreffendere Aufforismus Ich formuliere den Mal Um Der Tourist beschützt was er sucht indem Er dort hin fährt.
00:25:00: Jetzt wollen wir heute nicht nur von Bäumen und Tieren reden, sondern auch von den Menschen die dort leben.
00:25:05: Jenen, die da in der Nähe dieser Naturgebiete wohnen diese schönen Reiseziele bewohnen.
00:25:10: Wenn wir an den Tourismus denken, denken wir ja oft an Hotelburgen oder so.
00:25:15: Aber die eigentlichen Gewitter sitzen häufig ganz woanders.
00:25:18: Es gibt ja ganz viele verschiedene Arbeitsplätze, die durch den Tourismus geschaffen werden.
00:25:23: Bäuerinnen können ihre Produkte verkaufen, Taxifahrer können fahren.
00:25:27: Man braucht Handwerkerinnen, man braucht Kellner, ganze Servicepersonal, Souvenir-Läden usw.
00:25:33: Und oft wird in solchen abgelegenen Regionen die Infrastruktur auch durch Tourismus erst verbessert.
00:25:40: Manchmal gab es vielleicht vorher keinen Strom, keine Straßen, keine Kanalisation und das ist doch auch eine gute Nebenwirkung.
00:25:47: Die
00:25:47: Weltbank hat das mal genauer untersucht was ein Touristendollar in Schutzgebieten bewirken kann.
00:25:53: In Uganda etwa entstehen aus einem einzigen Dollar touristische Ausgaben mehr als zwei Dollar zusätzliches Einkommen in der lokalen Wirtschaft.
00:26:01: des Geld verdoppelt sich.
00:26:02: In Madagaskar liegt der Wert sogar bei fast zweieinhalb Dollar!
00:26:06: Der Tourismus kann also wie ein Verstärker wirken.
00:26:09: dann wandert das Geld durch diese ganzen Regionen und eröffnet neue Chancen für die Menschen vor Ort.
00:26:15: Es ist aber natürlich nicht automatisch so, und Reiseunternehmen ist ja auch nicht gleich Reise-Unternehmen Man braucht schon auch solche, die auch Verantwortung übernehmen.
00:26:24: Und also die soziale Bilanz von riesigen Tourismuskonzernen Die mit tausenden Kreuzfahrtschiffen über die Weltmeere schippern sieht natürlich anders aus wie zum Beispiel bei deinem Kumpel Ingo auch unsere letzte Namibia-Reise organisiert hat.
00:26:39: Ja, der Hingo ist ein guter, finde ich!
00:26:41: Also ein Unternehmer aber der ist trotzdem nett und genauso reiseverliebt wie wir.
00:26:46: Der hat jetzt auch keinen riesigen Konzern sondern einen Reiseunternehmen das versucht eben nicht nur Geld zu verdienen, sondern dabei auch noch anständig zu bleiben.
00:26:54: Beispiel?
00:26:54: Ein Prozent von allen Umsätzen werden von ihm für gemeinnützige Zwecke gespendet.
00:26:59: Das waren im letzten Jahr immerhin anderthalb Millionen Euro.
00:27:02: Ich finde sowas super, diese Haltung
00:27:04: mag ich!
00:27:04: Das ist ja auch toll!
00:27:05: Stellt ihr mal vor Apple oder Meta oder Elon Musk oder BMW würden immer ein Prozent von ihrem Umsatz spenden?
00:27:12: Da würde sich die Welt doch schon viel besser anfühlen...
00:27:15: Da hast du recht, das sind zwar keine Reiseunternehmen aber es ist für mich ein moralisches Konzept dass sich alle Unternehmen ja mal irgendwie in die Selbstverpflichtung schreiben können.
00:27:23: Der Ingo jedenfalls, der will auch immer das viel Geld bei den Leuten vor Ort hängen bleibt.
00:27:26: Es ist ja auch wichtig dass ein Konzern nicht einfach dahin kommt in eine Hotelburg baut und das ganze Geld abzieht also dass es dann wieder in Deutschland USA oder Großbritannien landet obwohl das Hotel vielleicht in Kenia steht.
00:27:36: Und deshalb engagiert er sich in jedem einzelnen Land in das Erreisen organisiert – in irgendeiner Form.
00:27:42: mal so mal so!
00:27:43: Weil da und weil das so ist sage ich jetzt auch mal gerne den Namen seiner Firma weil die das nämlich verdient haben.
00:27:48: sie machen?
00:27:48: Eine gute Sache.
00:27:49: die heißen Camillion Reise und wir sind auch ganz gerne mit denen unterwegs.
00:27:52: Wir haben in Namibia auch mal rumgefragt, wie die Locals eigentlich finden was so ein Reiseveranstalter in ihrem Land macht.
00:27:59: Also ich meine einer der guten Reise-Veranstaltern
00:28:10: Ich liebe diese Lache.
00:28:12: Die haben unsere Kinder jetzt als Klingeltonen.
00:28:15: Genau, die wollten wir so mit ihm als Klingen tun und jetzt musst du unsere ganze Familie ständig mit ihm zusammen... Er heißt David, mit David zusammen lachen!
00:28:22: Genau.
00:28:23: aber David kann sich selbst vorstellen.
00:28:25: Ich heiße
00:28:26: David Campinda und meine Job ist eine Raseleiter.
00:28:30: Gelernt hat er seinen Raselleiter-Job genau wie die deutsche Sprache übrigens?
00:28:35: Mit der Hilfe von eben deinem Kumpel.
00:28:37: Ingo hat mit den Einnahmen von den deutschen Touristen eine Akademie vor Ort gegründet.
00:28:43: Und
00:28:43: das stützt, ne?
00:28:43: Ich weiß nicht, ob er sie gegrüntet hat aber auf jeden Fall ist da ein Mitarbeiter dabei?
00:28:45: Genau und da werden jetzt Menschen in dem Fall Namibia ausgebildet als Reiseleiter und es ist natürlich gut für Ingo oder für Chameleon die brauchen ja Mitarbeitende Aber noch besser für die Leute dort, die sonst echt schwer hätten anständig bezahlte Arbeit zu bekommen.
00:29:02: Viele Leute bekommen schon jetzt Arbeit im Tourismus und aber das ist schwierig, wenn sie keine Ausbildung haben.
00:29:09: Aber wenn sie eine Ausbildung hier mit Kamelien haben wir diese Ausbildung von Deutsch gemacht so wir bekommen dann ohne Ende Arbeit.
00:29:15: Namibia hat ungefähr sieben-dreitzig Prozent arbeitlos.
00:29:20: So wenn du wirklich eine Arbeit hast, dann hast Du Glück!
00:29:25: Und wenn das Glück bedeutet, dass du kannst deine Familie sorgen.
00:29:31: Dass du kannst eine Schule von deinen Kindern bezahlen oder einen besseren Liebens vor deiner Familie gibst.
00:29:36: Tourismus habe wirklich meine Liebe besser gemacht.
00:29:41: Sind wir können wir dies lachen einfach nochmal hören?
00:29:43: Ja!
00:29:48: Alles Gute!
00:29:52: Es erzählt mir als Tausend Worte, wenn einer so lacht
00:29:54: kann.
00:29:55: Und auf unserer Namibia-Reise waren wir auch noch bei PENDUKA.
00:29:58: Das ist ein tolles Projekt, das ist ein Leuchtturmprojekt für benachteiligte Frauen die schutzbedürftig sind und in diesem PENDUCA-Projekt können sie Taschen produzieren, Klamotten und Souvenirs und anderes was sie dann an die Touristen verkaufen.
00:30:13: Und das gibt ihnen nicht nur ein Job sondern auch Selbstvertrauen um diesen Teufelskreis aus Arbeitslosigkeit und Armut und Abhängigkeit zu durchbrechen.
00:30:22: Ja und du hast dich mit einer dieser Frauen unterhalten nämlich mit Elizabeth.
00:30:31: In Namibia haben Frauen ... oft sehr, sehr schwer unabhängig zu leben.
00:30:54: Sie sind oft alleinerziehend und bei Penduka können sie eben Geld verdienen und für sich und ihre Kinder sorgen denn die Männer kümmern sich oft nicht um die Kinder machen sich aus einem Staub und bezahlen auch nicht.
00:31:06: Elizabeth und David das sind nur zwei Beispiele dafür zwei von uns jetzt rausgegriffene kleine Beispiele dafür was Tourismus eben auch leisten kann Arbeit geben Hoffnung geben eine Zukunft möglich machen.
00:31:19: ja und wenn ihr jetzt vielleicht Gerade andere Bilder im Kopf haben von zerstörter Natur, von Hotelburgen und Müllbergen.
00:31:27: Dann habt ihr natürlich auch recht!
00:31:29: Wir wollen jetzt hier nicht nur alles schön reden.
00:31:31: Tourismus kann zwar sehr gut sein aber hat diese hässliche zerstörerische Seite.
00:31:38: Wie das geht, da haben wir heute ja schon viel darüber gesprochen und es kommt eben nicht nur darauf an ob man reist sondern wie man reißt.
00:31:46: Ja und diese Verantwortung dafür liegt eben nicht bei den Reiseanbietern sondern auch bei jedem einzelnen von uns den Reisen denn also wir zwei zum Beispiel kompensieren unsere Flüge Wir wählen auch die Anbieter aus mit denen wir uns auf Reisen machen Wir suchen solche aus, die verantwortlich handeln.
00:32:01: Und dann gehen wir eben auch eher wandern und bratzen jetzt nicht mit einem Jetski durch meinen Grovenwald!
00:32:06: Ja es gibt ja noch einen anderen Wert des Reisens – den kann man gar nicht in Euro messen, nämlich die Begegnung mit anderen Menschen.
00:32:14: Viele psychologische Studien zeigen direkter Kontakt mit fremden Menschen reduziert vor Urteile Und wer die dann persönlich kennenlernt, das kennt ihr sicher auch.
00:32:25: Sieht sie eben nicht mehr als die Fremden?
00:32:27: Sondern einfach Leute, die freundlich sind, gastfreundlich vielleicht lustig manchmal auch nervig vor allem aber menschlich!
00:32:35: Übrigens hast du in dieser Folge schon ne Kettenreaktion gemacht?
00:32:39: ich glaube nicht.
00:32:40: Okay Ja Dann los mal.
00:32:42: Im achtzenden Jahrhundert entstand mehr Infrastruktur Straßenbahnschiffe und so was.
00:32:47: Dadurch würde Tourismus möglich und das erste große Ding war die sogenannte Grand Tour.
00:32:52: Englischer Adelige erkundeten Europa, dann erfindet Thomas Cook den Tourismus.
00:32:57: Heute ist der vielleicht der größte Wirtschaftszweig der Welt.
00:33:01: Ungefähr jeder zehnte Arbeitsplatz auf diesem Planeten hängt davon ab!
00:33:06: Und natürlich ist deshalb die Wirkung der Reisebranche auf die globale Natur gewaltig.
00:33:11: Schätzungsweise zehn Prozent aller Treibhausgase stammen aus der Reisindustrie.
00:33:15: Diesem Schaden steht ein Nutzen gegenüber.
00:33:17: Reisen gibt Natur einen Wert.
00:33:19: Dadurch haben die Locals dann nicht nur die Möglichkeit, Dinge ideell zu sehen sondern sie entwickeln auch ein ökonomisches Interesse am Schutz der Natur und so entsteht selbst tragender Umweltschutz.
00:33:31: Corona hat uns außerdem gezeigt wie schädlich NICHT reisen ist.
00:33:35: Die Schutzgebiete mit ihren acht Milliarden Besuchern wären wahrscheinlich verloren wenn keiner mehr hinführen.
00:33:41: Resultat?
00:33:42: Tourismus ist wegen seiner überragenden Bedeutung für Wirtschaft und Umwelt, Kultur und Völkerverständigung für die ganze Menschheit unverzichtbar.
00:33:51: Aber nochmal, man darf natürlich den Schaden von schlechtem Tourismus auch nicht ignorieren.
00:33:56: Wir sehen ja ständig was er auch anrichten kann.
00:33:58: Die Reiseindustrie verbraucht riesige Flächen.
00:34:01: Treibhausgase werden emittiert Ökosysteme belastet Es gibt einen hohen Wasser- und Energieverbrauch Ja und Wissenschaftler haben inzwischen auch tausende Arten weltweit identifiziert die durch unkontrollierte Freizeit oder Tourismusnutzung unter Druck geraten.
00:34:17: Over-Tourism ist auch so eine Geschichte, ne?
00:34:20: Das schadet nicht nur der kulturellen Identität von Menschen.
00:34:23: Nimmt den Dingen natürlich auch ihren Zauber!
00:34:26: Wo so viele Menschen auf einem Haufen sind... ...ist ja auch keine Reiseromantik mehr möglich.
00:34:31: Tja
00:34:32: also es gibt mal wieder keine einfache Antwort auf eine komplizierte Frage.
00:34:37: Tourismus oder kein Tourismus kann man so nicht sagen.
00:34:40: wichtiger ist deshalb die Frage welcher Tourismus?
00:34:42: aus ökologischer Sicht ist die Antwort oft überraschend einfach.
00:34:46: Man sollte Weniger Reisen.
00:34:48: mit weniger meine ich die reine Zahl der Reisen, aber dafür darf man dann längere Reisen unternehmen.
00:34:53: Also weniger Ortwechsel mehr Zeit an einem Ort.
00:34:57: Weniger Haken auf der Bucket List – das reduziert den Ressourcenverbrauch
00:35:02: erheblich!
00:35:02: Ja und das ermöglicht auch mehr echte Begegnungen, baut unsere Vorurteile ab.
00:35:07: Es schafft eine wirtschaftliche Existenzgrundlage für Naturschutzgebiete... ...und gibt vielen Menschen vor Ort eine Chance!
00:35:15: Und da müssen wir als hauptberufliche Reisende natürlich aus aller tiefsten Herzens sprechen.
00:35:22: Reisen kann glücklich machen.
00:35:25: Und deshalb wünschen wir euch allen eine
00:35:28: gute Reise.
00:35:30: Wir verabschieden uns jetzt nämlich in eine Sommerpause.
00:35:33: Den Juli und August wollen wir selber verreisen, allerdings der Biene.
00:35:36: diesmal machen wir keine Ferne Reise sondern wir fahren in meine wunderschöne Heimat, nämlich nach Norddeutschland.
00:35:42: Hoffentlich wird das Wetter gut!
00:35:43: Ja hoffe ich auch.
00:35:44: Euch allen wünschen wir einen tollen Sommer.
00:35:46: und nicht vergessen es gibt zum Optimismus keine vernünftige Alternative.
00:35:56: Das war die Kettenreaktion.
00:35:58: Wir hören uns wieder am dritten September.
00:36:00: So lange bleibt in Kontakt, wir sind auf Insta unterwegs.
00:36:03: Auf Campfire!
00:36:04: Wir laden euch auch wieder schöne Fotos zu dieser Folge hoch.
00:36:07: Wir haben euch ein paar Quellen in die Shownotes geschrieben.
00:36:11: Ihr seid die besten Hörer, wir vermissen euch jetzt schon und freuen uns auf einen Wiederhören im September.
00:36:17: Das Sounddesign wie immer von Stefan Strüber.
00:36:20: Den
00:36:20: Rest haben wir gemacht
00:36:22: Sabine
00:36:23: Und Dirk Stephens Ciao.
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