#48 100 Jahre Kruger Nationalpark: Falsche Idee mit richtigem Ergebnis

Shownotes

Ist die Welt noch zu retten? Die Nationalparks der Welt sind gewaltige Freiluftlabore, in denen die Menschheit nach Antworten auf die Frage sucht, wie wir die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen stoppen können. Und einer der berühmtesten, größten und ältesten auf diesem Planeten ist der Kruger National Park in Südafrika. Acht Mal so groß wie das Saarland (!), Teil eines noch viel größeren internationalen Schutzgebietes und in diesem Jahr außerdem 100 Jahre alt: Wer wissen will, wie Naturschutz im ganz großen Maßstab funktioniert – oder eben auch nicht – muss sich den Kruger-Park anschauen. Genau das machen wir in dieser Folge und erzählen von unseren Erlebnissen in der südafrikanischen Wildnis. Und den zwei Millionen Touristen, die sie jedes Jahr bestaunen.

+++ Die ARD-Doku "100 Jahre Kruger Nationalpark mit Dirk Steffens" könnt Ihr hier sehen: https://www.ardmediathek.de/dokus-natur/

+++ KETTENREAKTION ist jetzt auf CampfireFM! Hier hörst du nicht nur zu, du diskutierst mit: Über die Zusammenhänge, die dich umhauen, mit Zusatzmaterial, Highlights und der Chance, mit uns in direkten Austausch zu gehen. 👉 App laden: https://www.joincampfire.fm/api/download-app (Android & iOS)

+++ Wollt Ihr Sabine und Dirk live sehen? Tickets für unsere Show HOFFNUNGSLOS OPTIMISTISCH für 2027 und 2028 gibt es hier: https://www.eventim.de/artist/dirk-steffens/?affiliate=GMD. Unser Instagram Account: www.instagram.com/dirksteffens/?hl=de

+++ Erzählt uns, wie ihr diese Episode fandet und welche Themen ihr euch noch von uns wünscht. Wir freuen uns auf den Austausch, denn ihr seid die besten Hörer der Welt. Ihr interessiert Euch für die wichtigen Themen und habt verstanden: alles hängt mit allem zusammen!

+++ Das Buch HOFFNUNGSLOS OPTIMISTISCH könnt Ihr z. B. hier bestellen: https://amzn.eu/d/52v3qJN

+++ Host: Dirk Steffens, Sabine Steffens +++ Audioproduktion und Sounddesign: Stefan Strüber +++ Redaktion: Dr. Dirk und Dr. Sabine Steffens

Transkript anzeigen

00:00:00: Diese Folge wird Ihnen präsentiert von Edeka.

00:00:03: Ihrem Partner für mehr Nachhaltigkeit beim Einkauf.

00:00:06: Edeka, wir lieben Lebensmittel!

00:00:21: Die Kettenreaktion

00:00:37: hat inzwischen mehr als eine halbe Million Downloads.

00:00:41: Das haben wir euch ja in der letzten Folge versprochen, dass wir diesmal einen Korken knallen lassen.

00:00:45: Es ist so weit und das wart ihr!

00:00:48: Und dafür fünfhunderttausend mal Danke, danke, danke!

00:00:53: Und fünfhundertausend und ein Danke auch an die vielen tausend von euch, die zu unseren Live-Shows hoffnungslos optimistisch gekommen sind.

00:01:02: Ja, das war wirklich genial.

00:01:03: Wir waren auf Deutschland Tour – zwanzig Städte, zwanzigs Shows und endlos viel gute Stimmung, viel Hoffnung, viel Inspiration!

00:01:11: Es hat uns ganz großen Spaß gemacht.

00:01:14: Nächstes Jahr geht ja hoffnungslos optimistisch weiter?

00:01:20: immer dabei sein wirst.

00:01:21: Ja!

00:01:23: Jetzt könnt ihr euch schon bei Eventim Karten sichern, der Vorverkauf für im Jahr und achtundzwanzig... Achtundzwanzig schon, stell dir mal vor.

00:01:30: Wahnsinn.

00:01:30: Hat jetzt begonnen?

00:01:32: Mehr Infos dazu schreiben wir euch in die Shownote.

00:01:35: Wobei ich muss sagen also eine Sache hat mir auf dieser Tour ja

00:01:39: Angst gemacht.

00:01:41: Angst

00:01:41: echt?!

00:01:43: Ich wurde ständig darauf angesprochen, du Samene bist wahrscheinlich Patient Null Einer neuen ansteckenden Krankheit.

00:01:50: So ein Quatsch, was soll das sein?

00:01:52: Mir geht's doch prima!

00:01:53: Du leidest unter Komparationskompulsion und das ist offenbar anstecken.

00:01:58: Ach komm, jetzt hab ich noch nie gehört.

00:02:00: Das hast du dir jetzt ausgedacht.

00:02:01: Ja okay habe ich mir ausgedachten aber es würde auf dich passen.

00:02:04: Du musst nämlich zwanghaft alles mit dem Saarland vergleichen.

00:02:09: Stimmt... Und wieso soll das ansteckend sein?

00:02:12: Weil ich auf dieser Tour ständig gefragt wurde, wo war denn auf der Bühne jetzt der Saarland-Vergleich.

00:02:17: Ja

00:02:17: siehst du!

00:02:18: Das ist ein Running Gag geworden.

00:02:21: Unsere Hörerinnen mögen das und da kann ich ja direkt mal anfangen.

00:02:26: Heute geht es nämlich um den Kruger Nationalpark.

00:02:29: Das vielleicht der berühmteste Park in der Welt und der ist achtmal so groß wie das Saarlands.

00:02:36: Und er ist auch noch Teil von der noch größeren Limpopo Transfroncher Conservation Area.

00:02:42: Das ist ein Schutzgebiet, so groß wie vierzig Saarländer!

00:02:46: Ist das nicht Wahnsinn?

00:03:07: Also, wir waren im Kruger Nationalpark um der ARD-Doku zum hundertsten Geburtstag dieses weltberühmten Parks zu drehen.

00:03:15: Die kommt am siebenundzwanzigsten April im Fernsehen!

00:03:17: Für euch liebe Hörerinnen und Hörern haben wir hier in der Kettenreaktion heute eine extra Portion Kruger national Park mit extra Informationen.

00:03:25: Ja deine erste ARD Doku überhaupt das muss auch gefeiert werden?

00:03:46: Wir wollen heute in der ketten Reaktion aufdröseln wie ein weißer Buche schwarze Menschen vertreiben ließ, um Wildfleischnachstube zu sichern und wie daraus ein Leuchtturmprojekt für den globalen Umweltschutz werden konnten.

00:04:00: Die unglaubliche Geschichte des Kruger Nationalparks in Südafrika!

00:04:05: Und mal wieder ein Beispiel dafür, wie Natur- und Wissenschaft alles mit allem zusammenhängt... Ich bin Dirk

00:04:14: Steffens.

00:04:19: Ja, für viele ist ja der Krugerpark der Inbegriff der afrikanischen Wildnis.

00:04:25: Also vielleicht macht es Sinn dass wir am Anfang uns erstmal klar machen was genau ist eigentlich Wildnis?

00:04:31: Ich habe es mal nachgeschlagen bei der IUCN das ist die International Union for the Conservation of Nature.

00:04:39: Wildnissgebiete sind große weitgehend unberührte Naturräume in denen natürliche Prozesse ohne wesentliche menschliche Eingriffe ablaufen.

00:04:49: Und nach dieser Definition haben wir auf der Erde noch gut zwanzig Prozent Wildnis.

00:04:54: Bei uns in Deutschland, je nach Definition zwischen null und ein Prozent – ja das ist wenig bedrohlich wenig denn nur wo Wildnis isst die Natur eben zu hundert Prozent produktiv.

00:05:05: Und nur dort gibt's die guten Ökosystemleistungen von denen wir alle abhängen, die unsere Lebensgrundlagen

00:05:11: sichern.".

00:05:12: Jetzt

00:05:12: muss man auch dazu sagen dass zwanzich Prozent weltweit sich noch besser anhört Als es wirklich ist.

00:05:18: Denn zu diesen zwanzig Prozent gehören rechnerisch ja auch die Antarktes, Hochgebirge, Wüsten und so was alles also Wildnisformen, die ökologisch nicht so produktiv sind wie zum Beispiel ein Regenwald.

00:05:30: Und daran sieht man an diesem Gedanken auf der Erde wird inzwischen Die Wildnis knapp und das ist keine gute Nachricht denn wir brauchen Wildnis damit die Zukunft gelingen kann.

00:05:44: Ja und da sind tatsächlich Schutzgebiete von überragender Bedeutung.

00:05:48: Und was ganz interessant ist, dass die Kruger Geschichte überhaupt begann.

00:05:56: Da hat nämlich Paul Kruger das Schutzgebiet Sabi Game Reserve initiiert.

00:06:01: Da wusste man noch gar nicht wie wichtig Wildnis ist Wildnis vor allem heute wieder wird.

00:06:07: Ja, da kann man mal sagen er hat aus den falschen Gründen das Richtige getan.

00:06:10: also der war noch kein früher Öko, kein Ökologe der verstanden hat wie das alles zusammenhängt waren Jäger ein Wildnis-Liebhaber und eben auch einen typisch südafrikanischer Bure.

00:06:22: Und als solcher hatte die Wildnis eher als nachwachsenden Rohstoff gesehen den man manage muss wie eine Farbe um regelmäßig ernten zu können.

00:06:32: Ein bisschen hat er damit recht gehabt, aber tatsächlich ging es der Ressource Wildnis schon vor über hundert Jahren ganz schön schlecht.

00:06:44: Da waren nämlich professionelle Trophäenjäger unterwegs und wilderer Und immer mehr Farmen hatten auch die Wildtierbestände damals wirklich rasiert.

00:06:52: Es gab zum Beispiel nur noch ein paar Hundert Elefanten.

00:06:55: Auch Löwen und Nahrsfeiner sind ganz selten geworden lokal fast sogar schon ausgestorben.

00:07:01: Dieser Paul Kruger Eigentlich ziemlich typisch.

00:07:03: Für seine Zeit waren bekannter südafrikanischer Politiker, da muss man auch mal dazu sagen der war ein Rassist

00:07:09: das sowieso

00:07:11: wie damals sehr viele zumindest in seinem Umfeld Und im Umgang mit der Natur ein Utiliratist und also einen Jäger, der die Wildnis vor allem als Fleischlieferanten betrachtet hat.

00:07:22: Utilitaristen, die wir haben auf die Wildnis damals so ähnlich geguckt wie heute jetzt irgendwie würde ich mal sagen Ein Ölkonzern Auf Ölvorkommen, auf Rohstoffe Also nur eine Quelle für zusätzliches wirtschaftliches Wachstum.

00:07:37: und weil damals eben dieser Rohstoff-Wildfleisch bereits knapp wurde Hat Kruger ein Schutzgebiet initiiert.

00:07:43: Okay, vielleicht kurz für alle die das Wort nicht so gut kennen.

00:07:47: Utilitarismus ist eben eine Denkrechtung, die alles streng nach ihrem Nutzen beurteilt und weniger nach moralischen und emotionalen Gründen.

00:07:56: Zum Beispiel genau das Gegenteil, was gerade passiert mit dem Wahl Timmy.

00:08:00: Wo eigentlich alle Entscheidungen

00:08:02: höchst

00:08:03: emotional getroffen werden.

00:08:05: aber das ist vielleicht eine ganz andere Geschichte.

00:08:07: Da geht es nicht um den Nutzwert dieses Tieres sondern da geht es um den emotionalen Wunsch diesem Tier zu helfen.

00:08:13: also sehr ehrenwert aber jetzt rein wissenschaftlich natürlich vielleicht nicht so ergiebig Aber da sieht man den Unterschied.

00:08:19: Also der Umgang mit Timmy ist nicht utilitaristisch.

00:08:22: Damals war eben aber dieses Sabi Game Reserve, der Vorläufer des Nationalparks heute gar nicht aus Naturliebe gegründet sondern eher aus Ressourcenmanagement.

00:08:35: In Krugers Welt gehörte die Ressource Wildnis natürlich den Weißen.

00:08:40: das muss man immer unbedingt miterzählen um die Geschichte zu verstehen.

00:08:44: Schwarze Menschen wurden aus der Wildnis, die die Weißen für sich beansprucht haben einfach vertrieben.

00:08:49: Aber dazu nachher noch mehr.

00:08:51: Ja vielleicht erinnern wir uns mal wie früher Naturschutz gedacht wurde das nämlich anders als heute.

00:08:56: man dachte okay hier ist eine Wildnis.

00:08:59: Wir machen ein Zaun drum herum und schmeißen alle menschen raus.

00:09:03: Die moderne Wissenschaft ist heutzutage ein bisschen weiter.

00:09:05: Man weiß, dass es damals bisschen naiv war und das funktioniert nicht so gut.

00:09:09: Weil die Natur ist eben ein Netzwerk ohne Grenzen.

00:09:13: Wir Menschen sind ja auch Teil davon.

00:09:14: Und heute wird es beim Parkmanagement berücksichtigt.

00:09:18: Deshalb ist vielleicht der erste größere Gedanke wenn man den Krogerpark beurteilen will in seiner Wirkung und Bedeutung was man da sieht, wenn man dort hinfährt ist keine konservierte Vergangenheit also keine ursprüngliche afrikanische Natur.

00:09:34: Das ist natürlich auch kein Zoo, nein.

00:09:36: aber es ist eben auch keine wirklich unberührte Wildnis sondern ein von Menschen gestaltetes System.

00:09:42: Offensichtlich, woran man sehen kann da gibt es hundert Kilometer Straße Da gibt es Touristl-Loges Campingplätze Restaurants und natürlich diese ganze gewaltige Infrastruktur die man für diese Formen von Tourismus im Parkverwaltung braucht.

00:09:57: Alles beeinflusst sich gegenseitig und die Wissenschaft debattiert dann aber auch ständig, welche Eingriffe da sinnvoll sind.

00:10:04: Und welche eben nicht wie das im Kroger Park gerade gehandhabt wird?

00:10:08: Das erklärt Dr.

00:10:09: Lufunu Nitschita Vadulu.

00:10:12: Ich hoffe ich habe es jetzt richtig gesagt!

00:10:13: Ich

00:10:13: hab mich die ganze Zeit gefragt ob du den Namen unfallfrei übers Mikro kriegst.

00:10:19: Aber früher ganz gut glaube

00:10:20: ich.

00:10:21: Ja der ist Wildtierarzt im Kruger Nationalpark

00:10:25: Denn es ist ein Nationalpark, und es ist groß genug.

00:10:29: Wir haben nicht mit einem natürlichen Phänomen zu intervieren.

00:10:34: Was wir tun, ist, dass man nur interviert, wenn er menschlich ist.

00:10:38: Dinge wie Bulletswürde oder Schnäser, Wagen um die Nächste.

00:10:43: Wenn sie menschlos sind, dann intervierst du, um die Balance zu halten.

00:10:46: Aber natürliche Injury und all das, was wir nicht intervierten.

00:10:51: Lufunu sagt, weil es ja ein Nationalpark ist und zwar ein sehr großer.

00:10:54: Intervinieren Sie nicht wenn die Phänomene natürlicher Art sind sondern nur wenn das durch Menschen verursacht ist also zum Beispiel wenn Tiere verletzt werden durch Fallen von Wilderern oder auch Gewährschüssen.

00:11:07: dann behandeln sie die Tiere.

00:11:09: Und wie komplex so eine Frage nach den Eingriffen im großen Stil ist Das haben wir ja sehr ausführlich in unserer Folge Vierundvierzig aufgedröselt Wie der Park mit der wachsenden Elefantenpopulation Umgeht, könnt ihr noch mal reinhören für ein tieferes Verständnis von Wildnismanagement.

00:11:25: Ist ja wirklich

00:11:26: eine komplexe Sache ne?

00:11:27: Es ist nicht einfach wie so ein Wildnis gemanagt wird sondern tatsächlich hier gilt dieser alte blöde Spruchmal das ist eine Wissenschaft für sich.

00:11:35: Früher hieß Wildnessmanagement eben auch überzählige Tiere abknallen oder genauer gesagt Tiere die man für überzählig hielt.

00:11:45: Heute bedeutet es eher, dass man seltene Tiere nicht ganz sich selbst überlässt.

00:11:51: Wir haben den Wildtierarzt Lufun oder mal begleitet als er hinter den Kulissen des Parks ein krankes Nashorn behandelt hat.

00:11:58: Du hast einen besonderen Moment?

00:12:00: Absolut eindrucksvoll!

00:12:01: Ja wir durften dann mit zu dem Nashorn ganz nah hin als es betäubt war Aber es schläft ja nur und dann konnte man das auch berühren, wie er es gezittert hat.

00:12:11: Und dieser Atem dieses riesigen Tiers so nah zu spüren war wirklich sehr ergreifend!

00:12:17: Es

00:12:18: gibt Chancen, die in der Barsche sehr klein sind, weil sie Predators sind.

00:12:32: Und auch bei einigen brauchen sie noch Milch.

00:12:45: Wir nehmen sie und holen

00:12:52: sie in den Baum.

00:12:53: Wenn sie alt genug sind, verlassen wir sie ins Feld.

00:13:01: Das ist ein heißes Tier.

00:13:03: Ich weiß nicht, es schwitzen Nahrshörner eigentlich?

00:13:06: Es ist bei Tieren immer eine komplizierte Wissenschaft.

00:13:08: Aber das fühlte sich sehr heiß an und man spürte wirklich wie es zitterte und das Herz schlug.

00:13:13: Man fühlt sich so einem großen Tier da plötzlich doch ganz nahe.

00:13:16: Und die Nahrhörner sind ja tatsächlich Ziel von Wilderern.

00:13:20: So war auch dieses Tier eins was seine Mutter verloren hat.

00:13:23: Ja, Lufunu sagt, dieses Nahrsorn war eben ein weisen Kind-Nahrsorg-Baby.

00:13:30: Kann man das sagen?

00:13:30: Ein weißen Naahrsor.

00:13:32: Und die werden eben behandelt oder werden auch mitgenommen in so eine Art Gehege, denn sie können in der Wildnis nicht alleine überleben ohne die Mutter.

00:13:40: Die Mutter ist von Wilderen getötet worden und so ein Baby hat keine Chance das braucht vielleicht noch Milch muss gegen Räuber geschützt werden.

00:13:48: bis es groß genug ist wird es da eben aufgepeppelt und wenn's stark genug ist auch wieder freigelassen.

00:13:55: Lufunu ist übrigens ein schwarzer Tierarzt.

00:13:58: Schade dass man das noch erwähnen muss aber früher Muss man auch sagen, war das Parkmanagement eben ausschließlich weiß und das hat sich zum Glück geändert.

00:14:09: Und Dr.

00:14:10: Lofuno ist auch sehr, sehr stolz drauf.

00:14:12: Ist übrigens auch ein sehr cooler Typ!

00:14:13: Es sieht aus wie so einen Rapper-Propstar eigentlich.

00:14:18: Wirklich ein tolles Vorbild für junge Menschen

00:14:20: auch und es zeigt

00:14:21: auch dass es in Südafrika heute Möglichkeiten gibt die's früher eben nicht gab.

00:14:26: Ja der Lofunu ist sich dessen auch sehr bewusst ne?

00:14:28: Aus seiner Vorbildfunktion also zusammengefasst kann man jetzt mal sagen sogar riesige Schutzgebiete wie der Krüger Park oder Krugerpark, wie man es korrekt sagen muss.

00:14:37: Wir sagen in Deutschland immer Kruger Park ist auch nicht ganz falsch.

00:14:40: der Mann war deutschstämmig und hieß mal Krüger.

00:14:42: also es ist so mal kein Krüge oder Krugersagen beides okay.

00:14:46: das ist auf jeden Fall keine wilde Wilde Wildnis eher betreutes Wohnen für bedrohte Arten.

00:14:52: außerdem natürlich ein gigantisches Freiluftlabor indem wir lernen können wie Natur in großem Maßstab funktioniert Und die Erkenntnisse eines solchen riesigen Freilaborversuchs sind natürlich bedeutend für den ganzen Planeten.

00:15:08: Beispiel ist zum Beispiel eine Frage, wie wichtig sind eigentlich Schutzgebiete damit das ganze Natursystem Erde funktionieren kann und Menschen dauerhaft gut auf diesem Planeten leben können?

00:15:18: Das ist eine mega komplexe Frage.

00:15:21: also einer für deine Nerdbox!

00:15:23: Yeah let's go with the Nerdbox.

00:15:27: Also im Kontext der planetaren Grenzen erfüllen Schutzgebiete total grundlegende Funktionen.

00:15:34: Vielleicht die Allerwichtigste ist die biosphären Integrität!

00:15:39: umgangssprachlich auch Artenvielfalt genannt.

00:15:42: Zum Beispiel im Krügerpark gibt es über hundertvierzig Säugetierarten und mehr als fünfhundert Vogelarten, das ist so viel wie in ganz Europa.

00:15:51: aber auch die planetare Grenze der Landnutzung wird natürlich dadurch verbessert denn natürlich verhindern Nationalparks die Umwandlung von Flächen in Agrar- und Siedlungsräume.

00:16:03: Gegen den Klimawandel helfen die natürlich, denn Naturschutzgebiete sind riesige Kohlenstoffspeicher.

00:16:09: Aber ganz abgesehen von unseren Lebensgrundlagen haben so Nationalparks noch ganz wichtige andere Funktionen.

00:16:16: Denn zum Beispiel ist der Kruger Nationalpark eines der wichtigsten Forschungsgebiete weltweit.

00:16:22: Es ist nämlich ganz selten dass man hundert Jahre alte Datenreihen hat und hier zum Beispiel gibt es achthundert registrierte Forschungsprojekte und tausende wissenschaftliche Studien.

00:16:36: Also der Kruger Nationalpark ist wirklich eines der best untersuchten Ökosysteme der Erde, das ist wertvoll weil wir verstehen hier Prozesse die wir sonst nirgendwo so genau beobachten können.

00:16:47: Wir lernen eben zum Beispiel, wie es unseren planetaren Belastungsgrenzen so geht.

00:16:53: Ja wo hat man schon Labor in der Größe von acht Jahrhunderten an?

00:16:56: Also die Planetarengrenzen was das genau ist, das haben wir erklärt.

00:16:59: Schon auch schon mal in einer Folge könnt ihr gerne nochmal rein hören und das noch einmal ein bisschen auffrischen.

00:17:04: also Der Kruger Nationalpark ist nicht nur ein Schutzgebiet sondern eben auch ein Wissensspeicher

00:17:10: ja und das hat eine wirklich große Bedeutung.

00:17:12: ich selbst habe ja auch in einem anderen Naturschutzgebiet ganz lange geforscht Nicht in Afrika, sondern in Mittelamerika.

00:17:19: Aber dort ... Wie

00:17:20: heißt die Insel noch mal da?

00:17:21: Barocolorado, Isla de Barocoloro.

00:17:24: Das ist in der Mitte von Panama und da hat eben auch, es gab erstes Schutzgebiet und danach eine große internationale Forschungsstation wo wirklich ganz wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden.

00:17:34: Beim Smithsonian-Institut hast du

00:17:36: gearbeitet.

00:17:36: Ja genau das Smithsonian Research Institute hat da das größte Tropenforschungsinstitut der Welt hingestellt.

00:17:43: also großartige Sache denn je mehr wir wissen dass du besser können wir die Natur auch schützen.

00:17:50: Also Panschlein dieser Gedanken ist, ohne ausreichend große und gut gemännliche Schutzgebiete, ist das Überleben der Menschheit auf dem Planeten Erde kaum möglich?

00:18:02: Ja BAM!

00:18:03: Das überleben der Menschenheit.

00:18:04: heute mal wieder eine ganz kleine Frage höher kann man den Thema nicht auffängen.

00:18:08: In der Wissenschaft ist die Bedeutung von Schutzgebieten ja schon lange bekannt und deshalb hat die Weltgemeinschaft vor drei Jahren auf der UN-Biodiversitätskonferenz beschlossen, dass bis zum Jahr twohntausenddreißig ein Drittel des Planeten Erde unter Schutz stehen soll.

00:18:26: Das möchten wir nochmal ganz toll feiern!

00:18:29: Und wie solche Gebiete, solche großen Gebiete dann richtig gemanagt werden das können wir eben aus großen Parks

00:18:37: Noch mal zur Erinnerung, der ja fast zwanzig tausend Quadratkilometer groß ist.

00:18:42: Ja,

00:18:42: acht Saarländer!

00:18:43: Ich habe es ja schon gesagt.

00:18:44: Wobei ich mir jetzt nicht sicher bin ob acht Saarländer ausreichen würden um wirklich ein großes stabiles Ökosystem zu bilden.

00:18:51: Denn auch das haben wir schon erwähnt Zäune um einen Naturschutzgebiet sind keine gute Idee.

00:18:56: Im Krugerpark hat man die ja teilweise auch schon wieder abgerissen damit das Wildgebiet noch größer wird.

00:19:02: Und wir brauchen eben große Schutzgebiete, weil da ich fast das noch mal zusammen ... Nur da gibt es stabile Nahrungsketten.

00:19:08: Da ist der genetische Austausch innerhalb einer Art ausreichend groß.

00:19:13: Da können die Wanderbewegungen stattfinden, die für dieses Ökosystem auch notwendig sind und wenn die Gebiete groß genug sein, können sie eine gewisse Resilienz gegenüber Klimaschwankungen entwickeln.

00:19:24: Kleinere Schutzgebieten hingegen brauchen oft intensive menschliche Betreuung und Eingriffe.

00:19:29: Große Systeme können sich bis zu einem gewissen Grad selbst regulieren und deshalb ist da Forschung möglich, die anderswo gar nicht stattfinden könnte.

00:19:38: Ja du hast das ja vorher schön gesagt es ist wie ein großer Wissensspeicher wo wir ganz viel herausfinden können wie Ökosysteme funktionieren und wie sie sich gegenseitig eben beeinflussen.

00:19:51: und nur mal einen Ein berühmtes Beispiel.

00:19:54: Es ist tatsächlich eine der berühmtesten Langzeitstudien in der Welt, stammt aus dem Kruger.

00:19:59: Da wird ein riesiges Langzeit-Feuerexperiment gemacht seit ... ... und zu untersuchen was Feuer für eine große Rolle spielt.

00:20:16: Und daher weiß man eben auch welche riesige Rolle Busch und Savannenfeuer spielen sind Teil des natürlichen Systems.

00:20:27: Zündeln für die Wissenschaft, aber da sieht man, warum Forschung manchmal auch diese Größe braucht?

00:20:32: Wenn man rausfinden will, welche Rolle Feuer in einem Naturkreislauf spielt, dann reicht es eben nicht,

00:20:39: die

00:20:39: Bienenwiese in der Schrebergartenkolonie abzufackeln.

00:20:42: Da muss man mal ganz anders rangehen, da muss man groß brennen – ganz groß!

00:20:47: Und tatsächlich ist das normal... Wenn pro Jahr zehn bis zwanzig Prozent des gesamten Krugerparks in Flamm stehen, also nicht auf einmal aber so übers Jahr gerechnet oder muss mit deinen Worten zu sagen Sabine da brennt einmal im Jahr das komplette Saarland

00:21:04: ab.

00:21:04: Das wäre aber wirklich schade!

00:21:06: Sieht man auch schon den entscheidenden Unterschied in einem besiedelten Gebiet wie das Saarlands?

00:21:11: ist Feuer natürlich gefährlich und ein echter Fluch, aber in der Savanne eher ein Segen.

00:21:17: Es gehört dazu – das wusste man früher nicht!

00:21:19: Man hat immer versucht die Brände zu verhindern und es war ein klassischer Fall von gut gemeint und schlecht gemacht denn heute weiß man ohne Feuer würde dieses Grasland verbuschen und verwalten also es gäbe mehr Büsche und Bäume weniger Gras.

00:21:35: Das ist wiederum blöd für die ganzen Weidegänger, denn ohne Gras keine Antilopen, ohne Antilopen keine Löwen und so weiter.

00:21:46: Eine klassische Kettenreaktion!

00:21:48: Wir sollten auch über die Rolle des Feuers in der Natur mal eine ganze eigene Folge machen oder TV.

00:21:53: Genau solche Zusammenhänge werden eben im Parks wie dem Krugerpark entschlüsselt.

00:21:57: Da gibt es inzwischen ja viele kontrollierte Brände, das hast du gesagt.

00:22:00: Das macht man unter wissenschaftlicher Anleitung und diese Brände schaffen wir eben unterschiedliche Vegetationsstadien also frisches Gras, älteres Gras was die verschiedenen Grasfresser und Insekten benötigen.

00:22:12: Das erhöht also die Artenvielfalt und ist ein perfektes Beispiel dafür dass Naturschutz oft kontraintuitiv ist.

00:22:20: Also nicht so wie man auf den ersten Blick denken würde oder fühlen würde Und das ist etwas, was wir aus der Forschung in so großen Parks lernen können.

00:22:31: Was wir bisher noch gar nicht erzählt haben, ist die eigentliche Geschichte des Parks und da dieser Podcast ja zum hundertsten Geburtstag des Kruger Parks stattfindet gehört es ja wohl dazu.

00:22:44: Soll ich singen?

00:22:45: Bitte

00:22:45: nicht!

00:22:47: Happy Birthday!

00:22:48: Okay, ich singe nicht.

00:22:49: Das ist zu hart.

00:22:51: Aber die eigentlicher Geschichte des Krugaparks beginnt noch früher, also noch länger als hundert Jahre.

00:22:59: Das war eine Idee von Paul Kruger, diesem Nachfahren deutscher Einwanderer.

00:23:07: Und Sabi Sets?

00:23:07: War der Nukleus für diesen heutigen Park.

00:23:10: Der wurde dann, jetzt wirklich hundert Jahre vor unserer jetzigen Zeit offiziell zum Nukuleus des heutigen Parks und der wurde dann neunzehntsechsundzwanzig offiziell zu einem Nationalpark ganz genau am dreißigsten Mai.

00:23:29: Die ersten Besucher kamen dann aber erst ein gutes Jahr später, nämlich im August.

00:23:35: Und die ersten Besuchern waren jetzt nicht wie heute.

00:23:37: welche Besucherströme, die damit Reisebussen anreisen.

00:23:40: Es waren nur ganz, ganz wenige.

00:23:42: Denn es gab kaum Infrastruktur!

00:23:44: Es gab kaum Wege!

00:23:45: Wer da übernachten wollte musste sich selbst um kümmern die Verpflegung mitbringen und es gab auch kaum Sicherheitsmaßnahmen.

00:23:51: Wir haben jetzt keine konkreten Daten wie viele Leute an diesem ersten Tag im August, im August von siebenundzwanzig da waren aber das waren vielleicht drei vier Autos also vielleicht ein Dutzend Menschen.

00:24:00: und ob die alle wieder raus gekommen sind?

00:24:02: Wissen wir ja auch nicht.

00:24:03: Ja, ich bin auf jeden Fall

00:24:04: ein echtes Abenteuer.

00:24:05: Ja

00:24:05: es gibt kaum Ranger die aufgepasst haben Aber wir gehen mal davon aus, die meisten haben es geschafft.

00:24:10: Jedenfalls in dieser kompletten ersten touristischen Saison des Kruger Nationalparks waren wahrscheinlich weniger als tausend Menschen dort.

00:24:19: Ja und heute sind's bis zu zwei Millionen Besucher pro Jahr schon richtig viele.

00:24:25: und was dieser Massenansturm bedeutet darüber reden wir gleich noch aber erstmal wollen wir nochmal einen Blick auf die Parkgeschichte werfen.

00:24:34: da gibt es nämlich auch ein Dunkles Kapitel.

00:24:37: Ja, wir haben vorhin schon gesagt durch die unkontrollierte Jagd war der Park zwar fast schon ohne Elefanten aber er war nie ohne Menschen dieses Gebiet.

00:24:46: Seit Jahrhunderten lebten dort Völker wie zum Beispiel die Zonga oder Din Guni oder auch die Makuleke und damals hatte man wie gesagt die Idee Naturschutz heißt Natur ohne Menschen

00:24:59: Und vor allem haben die Parkgründer das so gemeint?

00:25:01: Vor allem ohne Schwarzmenschen.

00:25:04: Paul Krug war eben typischer Buhre von der Überlegenheit seiner weißen Rasse, es gibt ja gar keine Rassen aber egal er war von der überlegenheit der Weißen fälschlicherweise überzeugt und diese Idee hat sich dann leider fortgesetzt.

00:25:15: Man hat sehr lange über Jahrzehnte diese Idee verfolgt.

00:25:18: das soll vor allem Schutzgebiet für weisse Jäger später für weiße Touristen sein und deshalb haben viele lokale Gemeinschaften im Laufe der Jahrzehnte Land verloren Zugang zu Wasser verloren ihre traditionellen Jagdgebiete verloren Und im Laufe der Jahre wurden dann immer mehr der ursprünglichen Einwohner umgesiedelt, und zwar auf die harte

00:25:38: Tour.

00:26:07: Ja, das hat uns Gottfrey Balloui erzählt.

00:26:10: Er ist Manager einer Lordstadt und eben selbst vom Volk der Makuläke und er beschreibt wie dieses Volk damals vertrieben wurde, neunzehnhundertneinunddreißig mit Gewalt!

00:26:21: Sie wurden mit Waffen bedroht, er hat sogar gesagt die hätten gesagt, wenn ihr nicht geht erschießen wir euch und jede Familie hat Streichhölzer bekommen um ihr eigenes Haus niederzubrennen.

00:26:33: Also ganz fürchterlich und alle waren natürlich traumatisiert.

00:26:35: niemand wollte gehen aber sie konnten nichts tun denn sie standen vor einem Gewehrlauf oder mehreren.

00:26:42: also wirklich ganz ganz schlimme Geschichten.

00:26:44: und ja erst nach Nelson's Mandela Sieg über die Apartheid durften sie zurück in ihr Landgebiet.

00:26:51: Aber was dann passiert ist das ist wirklich toll.

00:27:08: Gottfrey sagt, das ist unser Zuhause.

00:27:10: Das ist unser Projekt!

00:27:12: Sie haben sich eben entschieden... es zu bewahren.

00:27:14: Denn dann würden Menschen aus aller Welt kommen und das

00:27:17: bewundern.".

00:27:18: Das ist wirklich eine tolle Geschichte, die Marko Leke sind eben zurückgekommen aber nicht als Landwirte- und Bergleute sondern als Naturschützer.

00:27:26: Ist wirklich ein toller Erfolg!

00:27:28: Die nutzen jetzt ihr Land als Schutzgebiet und als Einkommensquelle und finanzieren dadurch ihre Schulen, ihre Dörfer zum Beispiel mit dem Geld aus dem Tourismus in dem Gebiet, dass früher schon ihre Heimat war.

00:27:40: Ja der Godfrey war wirklich stolz wie... Bolle, als er uns das erzählt hat.

00:27:45: Und da war ja auch sein, allein in seiner Lodge.

00:27:47: Ja

00:27:47: die waren auch wunderschön dieser Lodge!

00:27:48: Ja wunderschön.

00:27:49: Allein in seiner

00:27:50: lodge

00:27:53: arbeiten siebzig Leute alle mal Kollege und jeder einzelne kann mit dem Geld dass der verdient wird mindestens zehn Familienmitglieder unterstützen so hat uns zumindest Gottfrieder es erzählt.

00:28:03: Der Wandel hat aber auch lange gedauert und während der Erbartheit durften Schwarze Touristen nur in so ein abgezäuntes Gebiet und die haben das gar nicht so wahrgenommen, dass es auch an Park für sie selbst war.

00:28:16: Dr.

00:28:17: Lofunu hat uns das auch nochmal erzählt wie das er und seine Familie so wahr genommen haben.

00:28:21: Unfortunately with the local people they saw it as something that was not meant for them and didn't really mean a lot to them.

00:28:29: but now South African national parks are coming up with ways.

00:28:38: Er

00:28:41: sagt, der Krugerpark wurde von den Menschen, die hier leben, eben wahrgenommen als ein Park für fremde Touristen und nicht für sie.

00:28:48: Und Ergo hat er ihnen auch nichts bedeutet!

00:28:52: Aber heute – das hat sich Gott sei Dank geändert – bezieht es ganze Parkmanagement Die Einheimischen Gemeinden mit ein

00:29:05: Und das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis nach einhundert Jahren Kruger Nationalpark.

00:29:10: Naturschutz bedeutet nicht, Menschen auszuschließen sondern im Gegenteil es bedeutet Menschen mit einzubeziehen.

00:29:18: Es ist sogar eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen Naturschutz.

00:29:22: Jetzt bedeuten mehr Menschen aber natürlich auch ein paar Probleme.

00:29:25: man braucht Unmengen an Wasser und Energie es entsteht auch Müll.

00:29:30: wir haben ja schon gesagt wirklich Bis zu zwei Millionen Besucher pro Jahr kommen in den Krugerpark und dann gibt es auch manchmal so ein paar wirklich komische Bilder von Löwen, die von dutzenden Autos umstellt sind.

00:29:43: Sie haben verstörende

00:29:44: Bilder für nicht?

00:29:46: Ja das nimmt der Wildnis natürlich auch einen Teil ihres Zaubers.

00:29:50: jetzt muss man sagen die Fahrzeuge dürfen ja wirklich nur auf den Straßen bleiben und wenn die Tiere keinen Bock drauf haben sie sehr viel Platz sich zurückzuziehen.

00:29:58: Aber die Wahrheit ist eben auch, ohne Touristen wäre dieser Park überhaupt nicht möglich.

00:30:05: Völlig unterschätzter Gedanke.

00:30:07: denken wir mal an die regionale Ökonomie in diesem Teil Südafrikas.

00:30:11: da hängen wirklich Tausende Jobs dran und ganz viele dieser Jobs sind eben auch Möglichkeiten Einkommensmöglichkeiten für die ehemals benachteiligte schwarze Bevölkerung.

00:30:23: Man kann das nur schwer schätzen, aber die gesamte touristische Wertschöpfung durch den Kruger Nationalpark dürfte bei mehreren hundert Millionen Euro im Jahr liegen.

00:30:32: Ich habe mal die Zahl von einer halben Milliarde gelesen – keine Ahnung wie seriös das ist!

00:30:36: Aber wir dürfen davon ausgehen.

00:30:38: da kommt richtig viel Geld ins Land also ein Vielfaches der Kosten die auftauchen weil der Park ja auch betrieben werden muss und der ganze Rest bleibt eben für Land und Leute.

00:30:49: Und alle, die Flugscham haben oder solche, die besser wisserisch einfach Reisebashing betreiben, liebe Leute nochmal ein bisschen nachdenken!

00:30:57: So einfach ist die Welt nicht.

00:30:58: also so leicht kann man richtig und falsch nicht voneinander trennen.

00:31:02: denn was würde aus diesen ganzen Schutzgebieten wie den Krogerpark werden wenn niemand mehr hinführe?

00:31:07: Die Antwort ist einfach das alles wäre nicht mehr finanzierbar.

00:31:11: Tourismus wenn er vernünftig gemacht wird verleiht Natur eben einen Wert, den diese Flächen sonst oft nur hätten als Viehweide, Brennholzfläche oder Ackerfläche.

00:31:22: Also Tourismus kann auch segensreich

00:31:25: wirken.".

00:31:26: Der Kruger Nationalpark ist eben viel mehr als ein Park.

00:31:30: Er ist ein Modell für die Welt und viele moderne Schutzgebiete haben sich an seinen Konzepten orientiert.

00:31:37: Es geht um große zusammenhängende Flächen, um wissenschaftlich gesteuertes Management Eben um Ökotourismus als Finanzierungsquelle.

00:31:47: Und er ist in meinem Teil eines noch größeren Schutzprojekts, nämlich der Great Limpopo Transfronchia Conservation Area.

00:31:54: Was für

00:31:54: ein

00:31:55: Zungenbrecher!

00:31:55: Ja die Zungenböcher an diesem Podcast habe ich alle dir überlassen.

00:31:58: wie heißt Lofuno?

00:31:59: nochmal mit Nachnamen?

00:32:00: Necita Vadulu.

00:32:02: Ich hab geübt.

00:32:04: Also jedenfalls die Conservation area ist eben ein grenzübergreifendes Schutzgebiet zwischen Südafrika, Mozambique und Simbabwe Weil man eben verstanden hat, die Natur hat ja auch keine Grenzen.

00:32:16: Sondern man muss da international grenzübergreifend denken und man hat eben aus dem Kruger Park gelernt was Afrikas Wildnis braucht um zu funktionieren.

00:32:26: Und

00:32:26: kleines Fanfekt am Brande Eyelike.

00:32:29: ungefähr drei Viertel der Touristen in diesem Park kommen Sabine woher?

00:32:34: Weiß ich nicht Deutschland!

00:32:35: Wusste

00:32:35: ich auch nicht, wusste ich aber auch nicht.

00:32:36: Die allermeiste Touristen sind ungefähr drei viertel die in den Kruger Nationalpark fahren kommen aus Südafrika.

00:32:43: Und das sind schwarze und weiße gleichermaßen,

00:32:47: d.h.,

00:32:47: dass dieser Park diese Naturlandschaft für das ganze Land, das ja eine wirklich schwierige Vergangenheit hat identitätsstiftend ist.

00:32:54: Der Park ist zu einem nationalen Symbol geworden mit internationaler Bedeutung.

00:33:00: Er verbindet inzwischen Menschen aller Hautfarben.

00:33:03: Noch ein Fun Fact für alle Krugerparkreisende!

00:33:06: Das gefährlichste Tier, das da rumläuft?

00:33:08: Wovor muss man am meisten Angst haben, weißt

00:33:10: du?!

00:33:10: Eigentlich vor Keimen oder man sagt doch immer Flussfährlich.

00:33:13: Ich sag's

00:33:13: mal auf Latein, du kannst ja all diese lateinischen Pflanzen und Tieren namen auswendig.

00:33:17: Automobil ist wohl Gares?

00:33:19: Ach so ja klar!

00:33:21: Ja also das gemeine Auto.

00:33:23: die meisten Unfälle und Verletzungen gibt es nicht mit wilden Tieren.

00:33:27: da passiert kaum was.

00:33:28: aber Autounfälle sind auch innerhalb des Parks gefährlicher als die Wildnis es je sein könnte.

00:33:35: Trotz

00:33:35: Tempolimit.

00:33:37: Also keine Angst vor Löwenschlangen Vorsicht vor Leuten.

00:33:40: Und vielleicht gebe ich zu auch vor Pavian, die haben nämlich inzwischen gelernt Autotüren zu öffnen um sich die Snacks zu klauen, die die Tourist dabei

00:33:48: haben.

00:33:48: Trotz dieser vielen Touristen ist dieser Park wirklich ein wunderbarer Ort und auf jeden Fall fähig, um jeden Besucher zu verzaubern.

00:33:56: Erinnerst du dich noch an diesen riesigen uralten Baobabbaum?

00:34:01: Auf den wir geklettert sind?

00:34:02: Oh

00:34:02: ja!

00:34:03: Huge

00:34:04: huh?!

00:34:05: Tausend, fünfhundert Jahre alt und so unglaublich groß wie ein Urzeitwesen halt zu essen.

00:34:12: Ich hab den muss ich ja zugeben als keiner geguckt hat habe ich diesen Baum wirklich gestreitet.

00:34:16: Bist du

00:34:17: sentimentarisch?

00:34:18: Ja

00:34:18: ich bin jetzt nicht so n Bäume umarmbar weißt du?

00:34:21: Den kann man noch nicht umarmen an denen kann man sich nur anlehnen der ist ja so groß wie in Haus.

00:34:24: also nicht umarm bar aber auf und an so einem Baum fügt man eher Furcht.

00:34:30: das ist wirklich ein Monument des Lebens.

00:34:33: Vielleicht das ein Foto, dass wir vielleicht auch noch mal irgendwo einstellen bei Instagram.

00:34:36: Könnt ihr euch anschauen liebe Leute?

00:34:39: Wie Sabine in einer Astgabel dieses Baums sitzt wie so eine Königin auf einem riesigen Thron ist fast so ein Game of Thrones Bild!

00:34:47: So habe ich mich aber auch gefühlt da herrlich.

00:34:49: ja es war wirklich fantastisch Und auch fantastisch zu fühlen, dass es eben Orte wie diesen Krügerpark gibt.

00:34:56: Wo so ein tausendfünfhundert Jahre alter Baum noch stehen darf und das gibt ja sogar noch viel ältere Bäume da.

00:35:02: die standen sogar schon als Jesus geboren wurde musste demal vorstellen Ja und wir hatten doch lauter so schöne Begegnungen auch mit diesen ganzen Elefanten da ist die in unserer Lodge vorbei kam direkt neben den Zelt.

00:35:15: Das war bei Gottfried der Lodge.

00:35:16: Da macht man morgens dann das zelt auf und dann steht Wer davor?

00:35:20: Direkt davor nicht meine Direkt davor, der Elefant.

00:35:24: Da schaut man sich in die Augen und wohnt wirklich in direkter Nachbarschaft mit so großen wunderbaren Tieren wie den Elefanten.

00:35:30: Das sind alles Unvergessliche im Moment!

00:35:32: Ja aber man muss trotzdem sagen trotz dieser schönen Erlebnisse und trotz aller Erfolge steht der Park unter Druck denn die Wilderer lassen immer noch nicht locker vor allem zum Beispiel bei Naas Hörnern.

00:35:44: Der WWF hat geschätzt dass Und im Kroger Nationalpark Hundert, vierundsiebzig Tiere getötet wurden und das ist doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

00:35:55: Also es ist dort nicht alles eitel Sonnenschein und wir fahren demnächst wieder nach Südafrika um über die Wildereibekämpfung zu einen Film zu machen.

00:36:05: da machen wir dann glaube ich nochmal eine Kettenreaktionsfolge darüber.

00:36:08: Ja und dann gibt es natürlich auch noch indirekte, aber auch menschgemachte Bedrohung.

00:36:13: Natürlich der Klimawandel vorne weg.

00:36:15: Der führt dann zur Überschwemmung.

00:36:16: klar die hat das immer gegeben, aber die werden natürlich logischerweise noch dramatisch als sie es ohnehin schon waren.

00:36:22: Es gibt Dürren, es gibt verschobene Regenzeiten.

00:36:24: Jetzt im Jahr zwölf Jahre, also in diesem Jahr gab es wieder so eine unglaublich katastrophale Regenüberschwörmungsphase.

00:36:32: da musste zeitweise der ganze Park schließen.

00:36:36: Das ist ja die interessante Nachricht dabei.

00:36:38: Die kann sich teilweise anpassen, aber die menschliche Infrastruktur, also Straßencamps und all das, die eben nicht... Also man muss immer auch feststellen, der Krugerpark ist kein Paradies, an dem die Probleme der Gegenwart einfach vorbeiziehen.

00:36:53: Man muss es immer differenzierter betrachten, aber nach hundert Jahren kruger Nationalparkgeschichte kann man schon mal die Frage stellen hat hier der Naturschutz funktioniert?

00:37:05: Und das schreit natürlich lieber Dirk nach einer Kettenreaktion.

00:37:11: Weiße Kolonialisten begannen vor über einem Jahrhundert, Wildtierbestände zu schützen – meistens als Ressource im utilitaristischen Sinne.

00:37:20: Die heimische Bevölkerung wurde an vielen Orten vertrieben und ein begrenztes Schutzgebiet mit Zäun drüberum funktionierte nur teilweise weil Ökologie eben keine Zäune akzeptiert.

00:37:31: Also wurde das Konzept weiterentwickelt.

00:37:33: aus einer falschen Grundidee wurde ein neues Konzept.

00:37:37: Grenzen wurden eingerissen, die Eingriffe in die Natur minimiert und die lokale Bevölkerung wurde eingebunden.

00:37:44: Nun können wir wichtige grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse über Funktionszusammenhänge der Natursysteme in solchen großen Parks gewinnen – Beispiel Feuer!

00:37:52: Und der Tourismus garantiert dabei eine nachhaltige Finanzierung.

00:37:57: der Park ist also weitgehend unabhängig von staatlichen Mitteln.

00:38:01: Das hat Modellcharakter.

00:38:04: Also vom Naturschutz Gesichtspunkt her zu urteilen ein ganz klares Ja.

00:38:09: Hier können viele, viele Arten überleben.

00:38:11: Ökosysteme stabilisieren sich weil das Gebiet groß genug ist und der Beweis ist gelungen dass man reparieren kann was einst eben schon völlig zerstört war.

00:38:21: aber man hat auch gelernt aus der Geschichte selbst.

00:38:24: die afrikanische Wildnis muss heutzutage gemanagt werden weil der anthropogene Einfluss überall wirkt.

00:38:32: Naturschutz ist eben nicht nur der Schutz der Natur, sondern immer auch eingebettet in die ganzen anderen Dinge.

00:38:39: Die uns umtreiben also eingebättet in Politik und Geschichte.

00:38:43: Auch ein moralischer Aspekt!

00:38:44: Also hier war das ja erst kolonial rassistisch.

00:38:47: heute sind das ökonomische Zwänge, die da wirken Und natürlich auch das wollen wir nicht verschweigen bereichern sich korrupte Politiker und Manager daran.

00:38:55: Die Tourismusindustrie hat natürlich Licht und Schatten, sie finanziert zwar auf der einen Seite alles aber wenn es zu viele Touristen gibt und das nicht gut gemanagt ist dann kippt er Nutzen auch in einem Schaden.

00:39:06: Aber insgesamt dürfen wir wirklich feststellen Der Krugerpark ist ein Ort der Hoffnung.

00:39:13: Er ist nicht perfekt, er ist auch nicht immer gerecht, aber er ist ein Beweis dafür dass Naturschutz funktioniert

00:39:20: Und deswegen ein Vorbild für die ganze Welt.

00:39:23: Das war die Kettenreaktion für heute ihr Lieben und wir wollen euch nochmal ganz ans Herz legen, guckt rein in die ARD-Doku Erlebnis Erde hundert Jahre Krüger am nächsten Montag den siebenundzwanzigsten April um zwanzig Uhr fünfzehn

00:39:38: oder natürlich jederzeit in der Mediathek.

00:39:40: also schaut rein und jetzt erst mal Danke fürs Zuhören!

00:39:49: Die Ketner-Aktion ist ein unabhängiger Podcast.

00:39:52: Der Inhalt ist von uns, also von Sabine und Dirk Steffens.

00:39:54: Technik und Audioproduktion von Stefan Strüber.

00:39:59: Und das alles ist nur möglich weil ihr uns hört!

00:40:03: Dafür tausend Dank und bis zum nächsten Mal.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.